Stückinfo

Buch und Gesangstexte von Bruce Joel Rubin
Musik und Gesangstexte von Dave Stewart und Glen Ballard 
nach dem gleichnamigen Film von Paramount Pictures
Deutsch von Ruth Deny (Dialoge) und Roman Hinze (Gesangstexte)

Deutschsprachige Erstaufführung
in Zusammenarbeit mit Stage Entertainment
mit besonderer Genehmigung von Colin Ingram und Hello Entertainment

Sam und Molly sind frisch verliebt und haben gerade ein neues Apartment bezogen. Doch eines Abends geschieht das Unfassbare: Sam wird bei einem Überfall erschossen. Während Molly um ihn trauert, wandert Sam als guter Geist umher und findet heraus, dass auch Molly in Lebensgefahr schwebt. Doch als Geist kann er weder von den Lebenden gesehen werden, noch in das Geschehen eingreifen … – 1990 begeisterte der Film eine ganze Generation. Seit 2011 erobert die Musicaladaption die Bühnen der Welt.

Medien

(Produktionsfotos: Reinhard Winkler)

Leitungsteam

Musikalische Leitung
Stefan Diederich
Regie
Matthias Davids
Choreografie
Lee Proud
Bühne und Videodesign
Hans Kudlich
Kostüme
Leo Kulaš
Lichtdesign
Michael Grundner
Sounddesign
Andreas Frei
Dramaturgie
Arne Beeker

Darsteller

Sam Wheat
Riccardo Greco
Molly Jensen
Anaïs Lueken
Oda Mae Brown
Ana Milva Gomes
Oda Mae Brown Cover
Zodwa Selele
Carl Bruner
Peter Lewys Preston
Krankenhausgeist
Rob Pelzer
U-Bahn-Geist / Carl Cover
Gernot Romic
Clara, Ensemble
Ariana Schirasi-Fard
Louise, Ensemble
Gina Marie Hudson
Willie Lopez, Ensemble
Mischa Kiek
Ensemble
Nicolas-Boris Christahl
Ensemble
Rachel Colley
Ensemble
David Eisinger
Ensemble / Cover Molly
Ruth Fuchs
Ensemble
André Naujoks
Ensemble
Raphaela Pekovsek
Ensemble
Thomas Karl Poms
Ensemble
Anna-Julia Rogers
Ensemble
Jan-Werner Schäfer
Ensemble
Rita Sereinig
Ensemble, Mrs. Santiago
Nina Weiß
Swing
Wei-Ken Liao
Swing
Lynsey Thurgar

Presse

Die Nachricht von Sam ist angekommen

Der Griff in die Kitschkiste bleibt gänzlich aus, dafür hält die Inszenierung das, was eine Arbeit des Linzer Musical-Chefs Matthias Davids fast immer verspricht: kurzweilige Unterhaltung, garniert mit vielen (Bühnen-)Tricks, witzigen Elementen und einem großartigen Bühnenbild (für das Hans Kudlich verantwortlich ist). Er verzichtet auf übertriebenen Gefühlskitsch und hat aus seinem "Ghost" ein romantisches Märchen gemacht. Wieder einmal ist es das Linzer Ensemble, das alle Ideen fabelhaft umsetzt. Die Spielfreude steckt an, stimmlich, darstellerisch, tänzerisch bleibt kein Wunsch offen.

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Die Nachricht von Sam ist angekommen

Die deutschsprachige Erstaufführung des Musicals „Ghost – Nachricht von Sam“ im Musiktheater begeistert und berührt – und verzichtet auf den Griff in die Kitschkiste

 
 

Als im Jahr 1990 der Film „Ghost – Nachricht von Sam“ in die Kinos kam, war die Geschlechterverteilung klar geregelt: Frauen gingen ins Kino, die Männer trafen sich derweil auf ein Bier. Das lag zum einen an Hauptdarsteller Patrick Swayze, der den Herren der Zunft ein paar Jahre zuvor als hüftschwingender Dirty-Dancer veritabel zugesetzt hatte: Plötzlich wollte (fast) jede Frau mit so einem Kerl zumindest einmal ausgehen. Das vergisst Mann nicht. Zweitens lag es am Thema: Eine tragische Liebesgeschichte, bei der der Mann aus dem Jenseits mit seiner Holden in Kontakt tritt, ist jedermanns Sache nicht.

Jetzt gibt es dazu ein Musical (Buch Bruce Rubin, Musik Dave Stewart, Glen Ballard) – und das wurde am Samstag erstmals in deutscher Sprache im Musiktheater gezeigt. Die Geschlechter im vollbesetzten großen Haus waren ausgewogen verteilt, und kaum jemand, ob Mann oder Frau, hat sein Kommen bedauert.

Das lag zunächst einmal daran, dass dieses Stück (fast) frei von übertriebener Gefühlsduselei ist. Der Griff in die Kitschkiste bleibt gänzlich aus, dafür hält die Inszenierung das, was eine Arbeit des Linzer Musical-Chefs Matthias Davids fast immer verspricht: kurzweilige Unterhaltung, garniert mit vielen (Bühnen-)Tricks, witzigen Elementen und einem großartigen Bühnenbild (für das Hans Kudlich verantwortlich ist). Er verzichtet auf übertriebenen Gefühlskitsch und hat aus seinem „Ghost“ ein romantisches Märchen gemacht. Wieder einmal ist es das Linzer Ensemble, das alle Ideen fabelhaft umsetzt. Die Spielfreude steckt an, stimmlich, darstellerisch, tänzerisch bleibt kein Wunsch offen.

Ein Glücksfall namens Greco

Riccardo Greco (Sam) ist ein Glücksfall für Linz. Künstler seines Formats „müssten“ nicht in Linz auftreten, sie tun es aber, weil sie sich hier austoben können, weil sie geschätzt und gezielt gefördert werden. Das Ergebnis waren Standing Ovations (auch vom männlichen Teil des Premierenpublikums).

Zum Triumph trägt auch Ana Milva Gomes, vorgebliches Medium, ein Gutteil bei. Ihre Rollenauslegung der witzig-zwielichtigen Überträgerin von Sams Botschaften ins Diesseits war fast eins zu eins mit der legendären Filmdarstellerin Whoopi Goldberg vergleichbar – und stand dieser in nichts nach. Anaïs Lueken gibt eine glaubwürdige, nicht in Gefühlsduselei verfallende Molly, und Peter Lewys Preston überzeugt in seiner Darstellung von Carl, Sams vorgeblichem Freund. Hervorragend ist auch Gernot Romic, als wütend rappender U-Bahn-Geist.

Sam geht durch die Tür

Diese Inszenierung zeigt auch, was das Linzer Musiktheater technisch draufhat. Alles wird irgendwie ausgereizt, sei es nach oben, unten und auch hinüber in die Zwischenwelt, in der Sam nach seiner Ermordung eingesperrt ist. Technische Raffinesse erlaubt ein Schnuppern in eine transzendente Welt: Sam, der durch eine Tür geht, Sam der durch eine Zigarettenschachtel greift, Menschen, die in fremde Körper fahren und diese spektakulär wieder verlassen.

Zum Schluss brechen alle Dämme, Sam bringt aus der Zwischenwelt die weltlichen Dinge wieder ins Lot und kann endlich gehen. The End. Fazit: Linz hat wieder einen Publikumshit, der dem einen oder anderen vielleicht ein wenig zu perfekt und damit zu aalglatt sein könnte.

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Oberösterreichische Nachrichten

Geisterdrama begeistert als Musical im Musiktheater

Bühnen-, Licht- und Videodesigner leisten großartige Arbeit, Dimension und Technik des Musiktheaters machen sich bezahlt. Blitzartig switchen Großstadtszenen wie eine fahrende U-Bahn oder Hochhauslifte zu Mollys Loft oder ins Esoterikstudio. Kein Zweifel — eine große tolle, internationale Show, die das Musiktheater als wichtige internationale Musicalbühne präsentiert.

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Geisterdrama begeistert als Musical im Musiktheater

Deutsche Erstaufführung von „Ghost — Nachricht von Sam“ in Linz

Von Eva Hammer

Die deutschsprachige Erstaufführung des Musicals „Ghost — Nachricht von Sam“ feierte am Samstag im Linzer Musiktheater Premiere. Demi Moore, Patrick Swayze und Whoopy Goldberg setzten 1990 die Maßstäbe im gleichnamigen oscarprämierten Film. Das Musical erweitert die Tränendrüsen- und Lachmuskel-strapazierende Story um Popmusik und Balladen von Dave Steward und Glen Ballard, bei denen einst Michael Jackson oder die Eurythmics ihre Welthits bestellten. Die Produktion entstand in Zusammenarbeit mit „Stage Entertainment“und wird nach 27 Vorstellungen in Linz in Berlin gezeigt.

Romantische, traurige, spannende, witzige Story

Ein unsterblicher Hit spielt in „Ghost“ eine große Rolle: Eine der insgesamt vier Interpretationen von „Unchained Melody“ braucht Sam gleich zu Beginn als Ersatz für die berühmten drei Wörter. In ihrem ersten Song „Drei Worte von Dir“ fordert seine Freundin Molly sie vergeblich ein. Die Songs haben zwar kein Hitpotenzial, tragen aber die romantische, traurige, spannende, witzige Story stimmig durch rund zweieinhalb Stunden.

Sam wird bei einem Raubüberfall ermordet. Er hinterlässt seine Liebste am Boden zerstört. Unsichtbar für die Lebenden findet Sam als Geist seinen Mörder, der im Auftrag von Sams Freund Carl agiert hat. Um Molly zu beschützen, nutzt Sam das durchgeknallte Medium Oda Mae Brown. Mit ihrer Hilfe kann er Carl überführen und sich noch von Molly verabschieden.

Bühnen-, Licht- und Videodesigner leisten großartige Arbeit, Dimension und Technik des Musiktheaters machen sich bezahlt. Blitzartig switchen Großstadtszenen wie eine fahrende U-Bahn oder Hochhauslifte zu Mollys Loft oder ins Esoterikstudio. Riccardo Greco als Sam berührt im Konflikt, seinen Tod zu akzeptieren und gleichzeitig einen Weg zu finden, Molly zu beschützen. Auch Molly, Anais Lueken, überzeugt als Liebende und Leidende. Ihre Gefühle und Stimmungen füllen Raum, Augen und Ohren. Die allzu oft besungene Trauer wirkt nach der Pause schon etwas zäh, zumal sich in den Höhen die Stimme verdünnt. Peter Lewys Preston als Carl komplettiert mit starkem Schauspiel und einer tollen Stimme das Trio. Ana Milva Gomes, als Wahrsagerin Oda Mae Brown, braucht keinen Vergleich mit ihrer cineastischen Vorgängerin zu scheuen. Die Niederländerin, die, wie berichtet, bald bei „Dancing Stars“im ORF zu sehen sein wird, reißt mit einer tollen Bühnenpräsenz und kräftiger Soulstimme mit und sorgt für die Lacher. Erfrischende Abwechslung bietet Gernot Romic als U-Bahn-Punk.

Kein Zweifel — eine große tolle, internationale Show, die das Musiktheater als wichtige internationale Musicalbühne präsentiert. Ultimative Befriedigung für das begeisterte Publikum: Eine genreübliche riesige Applausshow.

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Neues Volksblatt

Musical „Ghost“ als Bühnenereignis der Superlative

Die unfassbaren Leistungen der Darsteller und die Bühnenaufbereitung mit Special-Effects bringen aber das Qualitätsfass zum Überlaufen. Heraus kommt ein Musicaljuwel, das sein Publikum für keine Sekunde loslässt und sogar die zwanzig-minütige Pause zu lang erscheinen lässt – so sehr packt einen die Show.

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Musical „Ghost“ als Bühnenereignis der Superlative

Ein Musicalerlebnis: „Ghost – Nachricht von Sam“ im Linzer Musiktheater besticht unter der Regie von Matthias Davids als Show der Superlative mit allerhöchstem künstlerischen Niveau, kombiniert mit einer Handlung – bekannt aus dem Filmhit –, die kein Auge trocken lässt und Musik mit Ohrwurmpotenzial.

 

Gäste von Oberbank und „OÖ-Krone“ bekamen bereits am Freitagabend bei der Preview einen Eindruck vom neuesten Produkt der Linzer Musicalcompany und sie waren begeistert. Das Premierenpublikum am Samstag konnte dem nur zustimmen: ein Musicalereignis der Superlative!

Sam und Molly schweben im Liebesglück: Sie beziehen eine neue Wohnung und wollen in ihre gemeinsame Zukunft starten. Doch eine tragische Wendung lässt die traumhafte Idylle zerplatzen, Sam wird erschossen! Er findet sich danach in einer Zwischenwelt wieder, die ihm erlaubt, den Geschehnissen auf der Erde weiter passiv beizuwohnen – allerdings kann er von den Menschen weder gesehen noch gehört werden. Dies scheint zum Verhängnis zu werden, als er mitbekommt, dass seine Molly ebenfalls bereits ins Visier seines Mörders geraten ist

Die Kombination aus zuckersüßer Romantik, die Herzen übergehen lässt, und bitterster Tragik legt bereits einen vielversprechenden Grundstein für ein Musicalerlebnis der Sonderklasse. Die unfassbaren Leistungen der Darsteller und die Bühnenaufbereitung mit Special-Effects bringen aber das Qualitätsfass zum Überlaufen. Heraus kommt ein Musicaljuwel, das sein Publikum für keine Sekunde loslässt und sogar die zwanzig-minütige Pause zu lang erscheinen lässt – so sehr packt einen die Show.

Riccardo Greco lässt als Sam Publikumsherzen höher schlagen: Mit charismatisch-authentischer Rollenumsetzung inklusive Liebe zum Detail gelingt ihmGroßartiges, ebenso schmeichelt sein exzellenter Gesang. So begeistert etwa seine Interpretation von Elvis Presleys „Unchained Melody“. Seine Bühnenpartnerin Anaïs Lueken alias Molly beweist mit sympathischer Natürlichkeit große Schauspielkünste, und auch stimmlich lässt sie keinen Platz für Mängel, selbst schwierigste Gesangspassagen meistert sie mit glockenklarer Engelsstimme.

Große Humorbegabung und ganz viel Soul zeichnen Ana Milva Gomes als „Medium“ Oda Mae Brown aus. Auch Peter Lewys Preston als verräterischer Freund offeriert triumphale Bühnenleistungen. Und viel Power steuert das Ensemble bei, etwa beim Song „Mehr“.

„Ghost – Nachricht von Sam“ sprengt alle Normen – dies bestätigt auch der tosende Premierenapplaus, bei dem schon nach wenigen Sekunden kaum jemand auf den Sitzen bleiben konnte.

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Kronen Zeitung

"Ghost" spukt mit Action über Linzer Musicalbühne

Als Kinofilm war sie ein Hit, die tragisch-romantische Liebesgeschichte von Molly und Sam, gewürzt mit Crime und Humor. Im Linzer Musiktheater mutierte „Ghost - Nachricht von Sam“ Samstagabend zu einem nicht minder großen Musical in temperamentvoller Inszenierung mit beeindruckenden Darstellern und schwungvoll popiger Musik auf einer dynamischen Bühne. Das Publikum dankte mit Standing Ovations. Regisseur Matthias Davids macht aus "Ghost" einen Action-Thriller, der durch die sich permanent verändernde Bühne an Fahrt aufnimmt. Hans Kudlich entwarf ein raumfüllendes Gerüst, auf das Videos projiziert werden. Hinzu kommen selbstfahrende Elemente, so dass das Bühnenbild ständig in Bewegung ist. Es folgt nicht eine Szene nach der anderen, sie gehen fließend ineinander über.

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Tiroler Tageszeitung

„Ghost“ spukt mit Action über Linzer Musicalbühne

Als Kinofilm war sie ein Hit, die tragisch-romantische Liebesgeschichte von Molly und Sam, gewürzt mit Crime und Humor. Im Linzer Musiktheater mutierte „Ghost – Nachricht von Sam“ Samstagabend zu einem nicht minder großen Musical in temperamentvoller Inszenierung mit beeindruckenden Darstellern und schwungvoll popiger Musik auf einer dynamischen Bühne. Das Publikum dankte mit Standing Ovations.

Ja, auch Sam, von einem Räuber getötet und als Geist auf der Erde geblieben, kann auf der Bühne durch geschlossene Türen gehen, und Gegenstände bewegen sich geisterhaft von allein. Ohne Specialeffects lässt sich ein Thema kaum umsetzen, in dem ein Wesen ohne Materie als Hautrolle herumspukt. So engagierte Regisseur Matthias Davids für die deutsche Erstaufführung des Musicals den Illusionisten Nils Bennett, der für den Zauber sorgte.

Genauso wenig verzichtet Linz auf den Schmachtfetzen „Unchained Melody“. Mehrmals wird er angespielt, jedes Mal neu arrangiert. Zu Beginn präsentiert ihn Riccardo Greco als noch lebender Sam auf der Gitarre augenzwinkernd als Elvis-Verschnitt. In der berühmten Töpferszene hört die trauernde Molly aus dem Radio die Filmversion und der geisterhafte Geliebte setzt versetzt ein. Zum Schluss, bevor sich Sam endgültig in das Reich der Toten verabschiedet, da seine Mission erfüllt ist, er Freund Carl als Auftragsmörder überführt und auch Molly vor ihm gerettet hat, wird aus „Unchained Melody“ ein geradliniges Liebesduett. Man ertappt sich dabei, dass man den Song sogar gerne einmal in voller Länge auf der Linzer Bühne gehört hätte.

Doch Davids gibt der Kriminalgeschichte viel Raum, macht daraus einen Action-Thriller, der durch die sich permanent verändernde Bühne an Fahrt aufnimmt. Autor Bruce Joel Rubin, der nicht nur für den Film sondern auch für das Musical das Drehbuch schrieb, habe im Skript an „die gefühlte 400 Spielorte“ gewählt, wie der Regisseur vor der Premiere schilderte. Hans Kudlich sah sich vor der Herausforderung, diese Szenen umzusetzen, „ohne schwerfällig zu werden“. Dazu entwarf er ein raumfüllendes Gerüst, auf das Videos projiziert werden. Hinzu kommen selbstfahrende Elemente, so dass das Bühnenbild ständig in Bewegung ist. Es folgt nicht eine Szene nach der anderen, sie gehen fließend ineinander über.

Den komischen Part des Stücks übernimmt Wahrsagerin Oda Mae. Ana Milva Gomes spielt diese angebliche Spiritistin mit viel Witz, die angehende Dancing-Star-Teilnehmerin punktete in der Premiere auch gesanglich und tänzerisch. Das galt genauso für den Rest des Ensembles. Anais Lueken als Molly trug trotz ihrer tragischen Rolle nicht zu dick auf. Auch Greco verzichtete als verzweifelter Sam auf Schmalz in seiner Stimme. Lediglich Peter Lewys Preston blieb in der Rolle des Carl etwas blass. Ein Highlight war hingegen Gernot Romic als punkiger U-Bahn-Geist. Er rappte, lieferte sich eine tempogeladene Auseinandersetzung in der U-Bahn mit Sam und verabschiedete sich mit einem waghalsigen Sprung in den Orchestergraben.

Musik und Gesangstexte stammen von keinen Geringeren als dem Briten Dave Stewart und dem Amerikaner Glenn Ballard. Stewart wurde durch die mit Annie Lennox gegründete Band Eurythmics bekannt und Ballard schrieb u. a. für Michael Jackson den Hit „Man in the Mirror“. Für „Ghost“ verzichteten sie auf das gängige Musicalstrickmuster „Hast du ein Gefühl, dann sing ein Lied“, ein popiger Sound durchwebt die Handlung, aus der Songs heraustreten.

Die erst 2013 mit der Eröffnung des neuen Musiktheaters am Volksgarten ins Leben gerufene Musicalsparte gedeiht jedenfalls prächtig. So ging Stage Entertainment, eine der führenden Unternehmen im Live-Entertainment, wegen des „künstlerischen Anspruchs“ der Linzer Produktionen mit den Oberösterreichern eine Kooperation ein. Diese Zusammenarbeit ermöglichte jetzt eine Inszenierung, die sich das Haus so hätte niemals leisten können und die beim Publikum frenetischen Applaus erntete. Im Dezember geht die Produktion dann nach Berlin.

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Tiroler Tageszeitung

Wie aus einer sehr guten Produktion eine perfekte wird

Die Inszenierung besorgte Spartenchef Matthias Davids – glaubwürdige Personenführung, packende Emotionen und atemberaubend perfektes Timing bis zum letzten Detail! Alleine schon, wenn sich die „Geister“ vergeblich mühen, in die Aktionen der Lebenden einzugreifen, kommt dermaßen überzeugend, dass man sich fragt, ob man gerade lebende Menschen oder einen Filmtrick sieht. Hier spielt auch die Choreografie (Lee Proud) eine wichtige Rolle – und dass man für die Produktion sogar einen professionellen Illusionisten (Nils Bennett) engagiert hat, merkt man mit vor Staunen weit aufgerissenen Augen immer wieder!

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kulturpoebel.deluek
Anaïs Lueken. Copyright: Reinhard Winkler

Deutschsprachige Erstaufführung in Zusammenarbeit mit Stage Entertainment mit besonderer Genehmigung von Colin Ingram und Hello Entertainment; Stage Entertainment verfügt über Spielstätten in Hamburg, Oberhausen, Stuttgart und Berlin, wo im „Theater des Westens“ im Dezember des Jahres diese Produktion ihre Deutsche Premiere erleben wird.

Ein romantischer Fantasy-Thriller war im Kino 1990 DER Renner: „Ghost“ mit Patrick Swayze, Demi Moore und Whoopie Goldberg in den Hauptrollen; letztere erhielt für ihre Oda Mae Brown u. a. einen Oscar®. Neben der zwischen Sentimentalität, Hintersinn und Thriller spielenden Geschichte und den starbesetzten Rollen hat der Film noch einem Faktor seinen Erfolg zu verdanken: der Verwendung eines Schlagers von Hy Zaret und Alex North aus dem Jahr 1954. Dieser ertönte erstmals im weniger bekannten Film „Unchained“, gesungen von Todd Duncan. Les Baxter mit seinem Orchester errang mit dem Stück in einem reichlich triefenden Arrangement vom Jänner 1955 die erste Billboard-Nr. 1 der Komposition; im Mai des Jahres waren gleichzeitig vier Aufnahmen dieses Liedes in den top 40! Die „Unchained Melody“ blieb, besonders in der 1990 verwendeten Aufnahme der Righteous Brothers vom 2. März 1965, einer der großen Evergreens.

Der Film wurde zu einem Bühnenmusical, das am 14. Mai 2011 in Manchester Uraufführung hatte. Es dreht sich um ein Liebespaar, Sam Wheat und Molly Jensen, das durch Sams Ermordung getrennt wird. Als Geist kann Sam aus einem „Zwischenreich“ mit Geisterkollegen und mit der Hilfe eines solide betrügerischen Mediums (dem er erst klar machen muss, dass es wirklich Kontakte zum Jenseits pflegen kann) den Mord an ihm und andere Verbrechen aufklären und die Schuldigen bestrafen, worauf er sich von seiner Molly endgültig ins Jenseits verabschiedet. Die Unchained Melody zieht sich auch durch das ganze Musical, und mit diesem Geniestreich kann es die Originalmusik nicht ganz aufnehmen. Was aber Darsteller und Produktionsteam absolut nicht daran hinderte, eine hinreißende, mitunter atemberaubende Show daraus zu machen.

Vom Keyboard aus leitet Stefan Diederich eine Band, die sich „Black Beauty and Friends“ nennt: Wolfgang Boukal (Bass), Wolfgang Bründlinger (Gitarren), Klaus Ganglmayer (Trompete), Malva Hatibi (Violoncello), Gerald Landschützer (Keyboards, Programmierung), Daniela Mülleder (Violine) und Karlheinz Schmid (Saxofon & Klarinette); Ewald Zach am Schlagzeug wurde im Orchestergraben, der dieser kleinen Besetzung reichlich Auslauf bietet, aus Balancegründen in ein Schallschutzkabäuschen gesetzt. Diese Damen und Herren legten ein solide rockendes, schmachtendes oder auch tief im Soul schöpfendes Fundament für die Bühne. Die Balance zwischen Musik und Darstellern war sowohl rhythmisch als auch in der Abmischung (Sounddesign Andreas Frei) perfekt, insgesamt ist ein sehr transparentes Klangbild gegeben.

Man kann sich wahrlich nicht beschweren, dass die Musicalproduktionen im neuen Musiktheater seit 2013 ärmlich oder unterprobt wären; aber die Einladung des großen Partners ermöglichte zusätzliche Details, die eine sehr gute Produktion zu einer perfekten machen; denn auch am Theater ist es so wie mit den meisten anderen Dingen: für die allerletzten Verbesserungsschritte steigt der Aufwand exponentiell… Die Inszenierung besorgte Spartenchef Matthias Davids – glaubwürdige Personenführung, packende Emotionen und atemberaubend perfektes Timing bis zum letzten Detail! Alleine schon, wenn sich die „Geister“ vergeblich mühen, in die Aktionen der Lebenden einzugreifen, kommt dermaßen überzeugend, dass man sich fragt, ob man gerade lebende Menschen oder einen Filmtrick sieht. Hier spielt auch die Choreografie (Lee Proud) eine wichtige Rolle – und dass man für die Produktion sogar einen professionellen Illusionisten (Nils Bennett) engagiert hat, merkt man mit vor Staunen weit aufgerissenen Augen immer wieder!

Die Bühne (Hans Kudlich) wird ja auch in Berlin bestehen müssen – und dieses höchst schlaue (und verblüffend bewegliche) Arrangement von Säulen und Trägern, wie von Geisterhand bewegten Versatzstücken und weiteren mobilen Details, bis hin zu einem U-Bahn-Zug, wird das wohl schaffen! Kudlichs Videodesign, zusammen mit der Wiener Animationswerkstatt „Atzgerei“, nutzt die Bauten zudem für genau abgezirkelte Projektionen, die New Yorker Straßenszenen, Büroumgebung und vieles andere evozieren.

Gh08 Gomes Grecco
Ana Milva Gomes, Riccardo Greco. Copyright: Reinhard Winkler

Die Kostüme (Leo Kulaš) bleiben überwiegend im realistischen Heute (samt einer sehr bunten Oda Mae Brown); nur bei einigen Geistern merkt man an deren liebevoller Ausgestaltung, dass ihr Hinscheiden schon länger zurückliegen muss… Das schon a priori sehr aufwendige Lichtdesign (Michael Grundner), glänzt auch damit, dass mit den Verfolgern die Akteure je nach ihrer lebendigen/geisterhaften Existenz unterschiedlich ausgeleuchtet werden, was bei den oft turbulenten Szenen gewaltiger Stress für die Beleuchter sein muss.

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Riccardo Greco, Gernot Romic. Copyright: Reinhard Winkler

Sam Wheat ist Riccardo Greco; er hat schon viele Hauptrollen hier in Linz perfekt gestaltet, und auch an diesem Abend ist er gesanglich wie darstellerisch einfach perfekt! Anaïs Luekens Molly Jensen kommt gleichrangig hervorragend über die Rampe – verliebt, verwirrt, verängstigt in völliger Natürlichkeit, mit höhensicherem Sopran. Die Oda Mae Brown ist eine dankbare Rolle mit viel Komik und noch mehr Voodoo-umwittertem Soul; Ana Milva Gomes, demnächst als “Dancing Star” im ORF, erweckt sie mit großer Spielfreude wie Stimme zu prallem Leben. Carl Bruner, der neben seiner Freundschaft zu Sam auch andere Facetten hat, ist mit Peter Lewys Preston mit seinem weiten darstellerischen und sängerischen Spektrum ebenso rollendeckend besetzt.

Gh06 Pelzer
Rob Pelzer. Copyright: Reinhard Winkler

Als höflicher „Krankenhaus-Geist“, der Sam in seine neue Lage einführt, ist Rob Pelzer in ungewohnt nüchterner Rolle zu sehen; auch anderen Figuren verleiht er fein differenziert Leben. Der zornig rappende U-Bahn-Geist von Gernot Romic sorgt auch mit großem Körpereinsatz für Staunen. Ariana Schirasi-Fard und Gina Marie Hudson geben lustvoll Oda Maes Assistentinnen, auch einige Ensembleparts, zusammen mit Mischa Kiek (als Sams Mörder auch Solist), David Eisinger, Nicolas-Boris Christahl, Jan-W. Schäfer, André Naujoks, Thomas Karl Poms, Ruth Fuchs, Rita Sereinig, Raphaela Pekovsek, Anna-Julia Rogers, Nina Weiß, Rachel Colley, Wei-Ken Liao und Lynsey Thurgar.

Begeisterter Applaus für diese perfekte „Off-Ku‘damm“-Produktion, die auch in Berlin gute Figur machen sollte!

Petra und Helmut Huber

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Der Neue Merker

Grandios besetzt und technisch aufwendig wie im West End

Für das Herzstück des Musicals, die optischen Täuschungen, mit denen dargestellt werden soll, dass Sam als Geist keinen festen Körper besitzt, wurde Zauberkünstler Nils Bennett ins Boot geholt. Die Illusionen sind grandios umgesetzt und stehen jenen der Ur-Version in Nichts nach. Auch die Choreografien von Lee Proud werden vor allem den dynamischen Ensemble-Nummern mehr als gerecht. Allen voran glänzt Riccardo Greco in der männlichen Hauptrolle des Sam Wheat. Gesanglich ein absoluter Genuss, findet er auch schauspielerisch die perfekte Balance zwischen Traummann und Bodenständigkeit.

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kulturpoebel.de

Die Nachricht von Sam nun auch auf Deutsch

Nachdem es immer wieder Gerüchte gab und sich die Fans schon lange danach gesehnt haben, kam es am Samstag, dem 18. März 2017 im Musiktheater Linz endlich zur deutschsprachigen Erstaufführung des Musicals „Ghost – Nachricht von Sam“. In Zusammenarbeit mit Stage Entertainment hat man es geschafft, eine technisch fast so aufwendige Inszenierung wie im West End auf die Bühne zu bringen und auch sonst braucht sich die Produktion nicht hinter jener Londoner Welturaufführung zu verstecken. Nur emotional konnte die Inszenierung bei mir nicht ganz mit dem Original mithalten.

Musicals, welche auf Filmen basieren, nehmen in den letzten Jahren (leider?) mehr und mehr Überhand und können mich nur sehr selten überzeugen, da sie in meinen Augen meist nur ein billiger Abklatsch des Originals sind ohne einen wirklichen Mehrwert zum bereits Vorhandenen beizutragen oder sich von der Vorlage soweit abzuheben, dass ein eigenständiges Musical entsteht. Das Musical zum Erfolgsfilm „Ghost – Nachricht von Sam“ aus dem Jahr 1990 mit Patrick Swayze, Demi Moore und Whoopie Goldberg in den Hauptrollen war für mich damals in London eine der wenigen Ausnahmen und ich habe mich sehr darüber gefreut, als bekannt wurde, dass es nach der englischen Version in Frankfurt nun zur deutschsprachigen Erstaufführung kommen würde. Noch dazu im Linzer Musiktheater. Einem Haus, das ich spätestens seit der Produktion von „Les Misérables“ dank der modernen Ausstattung und vielen besonderen Einfällen rund um den Theaterbesuch als mein Lieblingstheater im deutschsprachigen Raum bezeichne.

Wenn man Kitsch mit Emotionen verwechselt

Die Geschichte von „Ghost – Nachricht von Sam“ kennt aufgrund des Erfolgsfilms bestimmt jeder. Der Banker Sam und die Künstlerin Molly ziehen zusammen in ihre erste gemeinsame Wohnung in Brooklyn und planen ihre Zukunft als Sam vor Mollys Augen von einem Mann erschossen wird, der seine Brieftasche stehlen will. Sam ist nun in einer Art Zwischenwelt auf der Erde gefangen und findet heraus, dass der Überfall geplant war und er somit gezielt ermordet worden ist. Da der Dieb Willie Lopez und seine Hintermänner immer noch nicht an ihr eigentliches Ziel, Sams Arbeits-Codes, gekommen sind, ist nun Molly in Gefahr. Zusammen mit Oda Mae Brown, einer Wahrsagerin, die ihn und andere Geister hören kann, versucht er nun Molly zu retten.


© Reinhard Winkler

Das Musical „Ghost“ hat es auf jeden Fall geschafft, etwas Eigenständiges zu kreieren und sich von der Filmvorlage zu differenzieren. Jedoch ist ein Besuch des Stücks selbstverständlich auch ein Muss für Fans des Films, da die Geschichte und die vielen Kult-Elemente wie die Töpfer-Szene und „Unchained Melody“ auch in der Bühnen-Version noch vorhanden sind. Wichtigstes Merkmal der Musicalfassung ist für mich, dass „Ghost“ optisch in der heutigen Zeit spielt und nicht Anfang der 1990er Jahre. Auch Sam und Molly haben vom Aussehen her nicht mehr viel mit ihren Filmvorgängern gemein. Somit bekommt zumindest das Auge viel Neues geboten und die Bühnenfassung wird eben nicht zu einem traurigen Nostalgie-Versuch, der einzig und allein zum Ziel hat, den Film haargenau wiederzubeleben (#DirtyDancing).

Auch der Score von Dave Stewart und Glen Ballard trägt seinen Teil dazu bei, dass die ganze Inszenierung sehr modern und neu gegenüber ihrer Filmvorlage wirkt. Die gefühlvollen Balladen, dramatischen Solo-Nummern der Hauptdarsteller sowie mitreißende Ensemble-Nummern erweisen sich als abwechslungsreich und besitzen viel Ohrwurmpotenzial. In Linz sitzt die Band „Black Beauty and Friends“ im Orchestergraben und spielt mit viel Hingabe unter der musikalischen Leitung von Stefan Diederich den poppigen Sound mit Ausflügen in Richtung Rock, Soul und ein wenig Elektro.


© Reinhard Winkler

Wie bereits erwähnt, bin ich ein großer Fan des Musiktheaters in Linz, welches dieses Jahr seinen vierten Geburtstag feiert. Die große Bühne von der ich anfangs noch so begeistert war, sollte dann jedoch ausgerechnet zum Verhängnis werden. Das Bühnenbild von Hans Kudlich wirkte wie eine große, nicht enden wollende Halle und ließ sich problemlos ohne viel Änderungen in das Loft von Molly und Sam oder in einen anderen Ort in New York verwandeln. Bei den Ensemble-Szenen wie „Mehr/More“ oder den U-Bahn-Sequenzen, eben wenn man die Bühne voll ausnutzen konnte, war dies von Vorteil und passte auch ideal zum Bild, das man vom heutigen New York kennt.

Leider schafften es deswegen jedoch die Szenen in der Wohnung von Molly und Sam nicht, mich so zu fesseln wie in London. Auch die sonstige Ausstattung auf der Bühne fiel eher sparsam aus, wodurch es fast so wirkte, als hätte der Kauf des riesigen und wahrscheinlich überteuerten Wohn-Ateliers, Sam und Molly so weit in den finanziellen Ruin getrieben, dass sie kein Geld mehr für die Einrichtung übrig hatten und daher nur noch ein Kühlschrank, eine Couch und eine Töpferbank finanziell machbar gewesen sind. Auch die emotionalen Songs wie „Mit dir/With you“ in der Molly einfach nur verloren im letzten Eck der Wohnung saß, konnte mich aufgrund der Größe irgendwie nicht erreichen. Natürlich kann es bei einem Stück wie „Ghost“ schnell gefährlich in Richtung Kitsch abgleiten, gerade wenn die Bühne zu überladen ist, daher finde ich den Grundgedanken, alles ein wenig schlichter zu halten gut, jedoch hätte es mit einer kleineren Bühne oder einer Eingrenzung zwecks mehr Intimität vielleicht besser funktioniert.

Auch das Videodesign, welches ebenfalls von Hans Kudlich stammt, erfüllte seinen Zweck, verlor aber aufgrund der Weitläufigkeit der Bühne wieder ein wenig seiner Wirkung. Für das Herzstück des Musicals, die optischen Täuschungen, mit denen dargestellt werden soll, dass Sam als Geist keinen festen Körper besitzt, wurde Zauberkünstler Nils Bennett ins Boot geholt. Die Illusionen sind grandios umgesetzt und stehen jenen der Ur-Version in Nichts nach. Auch die Choreographien von Lee Proud werden vor allem den dynamischen Ensemble-Nummern mehr als gerecht.

Die deutsche Übersetzung der Songs von Roman Hinze sind im ersten Moment gewöhnungsbedürftig, was jedoch immer der Fall ist, wenn man jahrelang immer nur die englischen Texte gehört hat. Nach dem ersten „Schock“ funktionieren diese jedoch sehr gut und man kann nach dem ersten Hören von einer gelungenen Übersetzung sprechen. Auch die Live-CD ist bereits in Arbeit und soll Mitte Mai erscheinen.

Es muss nicht immer Swayze oder Seibert sein


© Reinhard Winkler

Nun ist die Musik von „Ghost“ bestimmt nicht für dünne Stimmchen gedacht und vor allem die Hauptdarsteller sollten ordentlich Power mitbringen, was in Linz auf ganzer Linie geglückt ist. Allen voran glänzt Riccardo Greco in der männlichen Hauptrolle des Sam Wheat. Vor allem gesanglich ist es ein absoluter Genuss, ihm zuzuhören und auch schauspielerisch findet er die perfekte Balance zwischen Traummann und Bodenständigkeit, damit nicht alles in zu perfekten Kitsch abdriftet. Ihm gegenüber steht Anais Lueken als Molly Jensen. Bei ihr hatte ich anfangs ein wenig Sorge, dass Riccardo Greco sie an die Wand singt. Jedoch war dies nur der erste Eindruck und legte sich schnell wieder. Wie bereits erwähnt, konnte sie mich emotional leider nicht zu jedem Zeitpunkt abholen, was jedoch an meinem persönlichen Problem mit der Inszenierung lag. Gesanglich und schauspielerisch gelang es ihr letztlich ebenfalls, beeindruckende Akzente zu setzen. Lueken und Greco harmonieren darüber hinaus sehr gut zusammen auf der Bühne und es wäre eine Schande die beiden nicht auch für die Fortsetzung der Produktion in Berlin zu engagieren.


© Reinhard Winkler

So wie die Rolle der Oda Mae Brown im Film für Whoopie Goldberg geschrieben worden zu sein scheint, ist dies im Musical offenbar der Fall bei Ana Milva Gomes. Sie gibt der Rolle viel Witz und glänzt in ihren Solos mit so viel Stimmgewalt, dass es eine reine Freude ist, ihr dabei zuzuhören. Peter Lewys Preston als Carl hat die undankbare Rolle des hinterhältigen, besten Freundes abbekommen und meistert diese zum Glück sehr gut. Man will ihn irgendwie nicht in eine Schublade stecken, da er zwar zum einen seinen Freund auf dem Gewissen hat, zum anderen merkt man jedoch, dass er da ohne böse Absichten hineingeraten ist. Auch gesanglich bildet er ein gutes Trio mit Riccardo Greco und Anais Lueken. Das restliche Ensemble inklusive Rob Pelzer als Krankenhaus-Geist und Gernot Romic als Geist in der U-Bahn singt und tanzt sich mit viel Spielfreude durch das Stück.

So grandios besetzt das Stück auch war, so schaffte es die Produktion in Linz leider nicht, mich so zu berühren, wie es in London der Fall gewesen war. Vor allem bei der Schlussszene, wenn Molly sich endgültig von Sam verabschiedet, fiel mir auf, wie sehr mich die Inszenierung von Matthias Davids doch kalt lässt. In London brachen bei mir spätestens bei der Abschieds-Szene alle Dämme, während ich in Linz hiervon leider weit entfernt war. An sich war es jedoch eine gelungene deutschsprachige Erstaufführung eines grandiosen Stücks und ein weiterer Meilenstein für das Musiktheater in Linz. Stage Entertainment holt das Stück als Co-Produzent nach der Spielzeit in Linz nach Berlin ins Theater des Westens, wo es ab Dezember 2017 zu sehen sein wird.

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kulturpoebel.de

Die Zweifel sind nun fort

Das Landestheater Linz zaubert mit seiner Inszenierung von "Ghost" etwas Magisches auf die Bühne. Die Aufführung muss den Vergleich mit der Londoner Originalinszenierung aus dem Jahr 2011 nicht scheuen, weiß aber auch mit eigenen kreativen Regieeinfällen zu überzeugen. Darstellerisch funktioniert die emotionale Show hervorragend, und auch die deutsche Übersetzung von Ruth Deny und Roman Hinze fügt sich reibungslos mit der rockig-poppigen Musik von Dave Stewart zusammen.

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musicalzentrale.de

Drama

Ghost – Nachricht von Sam

Die Zweifel sind nun fort.

Das Landestheater Linz zaubert mit seiner Inszenierung von „Ghost“ etwas Magisches auf die Bühne. Die Aufführung muss den Vergleich mit der Londoner Originalinszenierung aus dem Jahr 2011 nicht scheuen, weiß aber auch mit eigenen kreativen Regieeinfällen zu überzeugen. Darstellerisch funktioniert die emotionale Show hervorragend, und auch die deutsche Übersetzung von Ruth Deny und Roman Hinze fügt sich reibungslos mit der rockig-poppigen Musik von Dave Stewart zusammen.

(Text: Jens Alsbach)

Premiere: 18.03.2017
Rezensierte Vorstellung: 18.03.2017

Wer die Originalinszenierung von „Ghost“ in London gesehen hat, weiß, dass die Show nicht nur auf emotionaler Ebene, sondern auch technisch einiges zu bieten hat. Es wird getrickst, und es gibt unzählige Projektionen und multimediale Einspieler, die das Bühnendesign unverwechselbar, neu und außergewöhnlich machen.

Das Landestheater Linz hatte die schwierige Aufgabe, keinen Klon aus London zu produzieren, sondern eine eigene Inszenierung zu liefern, die sich jedoch nicht hinter der bekannten verstecken muss. Gleichzeitig sollte sie tourneetauglich sein und sich am deutschen Markt behaupten können. Dieses Kunststück ist gelungen. Von Anfang bis Ende wohnt der Show unter der Regie von Matthias Davids ein Zauber inne.

Davids hat dabei größtenteils das Londoner Original bzw. kleinere Neuerungen aus der Broadway-Inszenierung übernommen, teilweise aber auch Szenen gestrafft. Das kommt der Show gut zu pass. So fällt beispielsweise das Intro zum zweiten Akt in Linz ein wenig anders aus: Der Song „Rain / Hold On“ wurde gestrichen, dafür startet die Show nach der Pause mit einer Reprise von „Die Zweifel sind nun fort / Ich hab gelebt“ („Suspend My Disbelief / I Had A Life“), was ein logischer Anschluss zum ersten Akt ist.
Das Bühnenbild ist nicht ganz so technisch wie in London und arbeitet ohne multimediale LED-Wände – doch auch hier wurde nicht an Projektionen und Tricks gespart. Der Bühnenaufbau ist loftartig, was Sams und Mollys Wohnung wie ein ausgebautes Dachgeschoss erscheinen lässt. Es wird mit Stelen gearbeitet, die je nach Beleuchtung als U-Bahn-Pfeiler, Brückenpfosten oder eben als hölzerne Säulen in Sams und Mollys Loft fungieren. Sie sind teilweise beweglich und werden von Bühnenwagen unterstützt – besonders effektiv beispielsweise in der U-Bahn-Szene, in der ein kompletter Waggon auf die Bühne gefahren und in verschiedene Richtungen gedreht wird. Alles funktioniert flüssig und sieht magisch aus. Gepaart mit den Illusionen von Nils Bennett – von der Tür, durch die Sam „wandert“ bis zu Gegenständen, die für den Geist nicht „greifbar“ sind – ergibt sich so ein atmosphärisch dichter Handlungsverlauf.

Die Darsteller sind durchwegs sehr überzeugend besetzt und spielen mit Enthusiasmus. Riccardo Greco und Anaïs Lueken geben als Sam und Molly ein glaubhaftes Paar ab. Sie agieren mit Herzblut, und ihr Gesang ist kraftvoll und intensiv. Besonders die intime Szene „Drei Worte von dir“ („Three Little Words“), in der das berühmte „Dito“ zur Sprache kommt, oder auch die finale Abschiedsszene gelingen anrührend.

Ana Milva Gomes in der Rolle der Oda Mae Brown ist in vielerlei Hinsicht eine Idealbesetzung – insbesondere gesanglich. Ihr „Nur weg von hier“ („I’m Outta Here“) reißt das Publikum von den Sitzen und sorgt für einen Showstopper. Auch viele Sprechszenen gelingen ihr ausgesprochen amüsant, beispielsweise wenn sie in der Bank erfährt, dass sie gerade 10 Millionen Dollar vom Konto abhebt, ohne davon geahnt zu haben und sie herrlich überdreht „ausflippt“. Teilweise stünde der Rolle allerdings noch ein wenig mehr „Deftigkeit“ zu Gesicht – zum Beispiel in der Szene, in der sie mit Sam (ohne ihn zu sehen) eine Diskussion über seine Zickigkeit führt. Im englischen Original eine ungemein komische Szene, die hier leider etwas verpufft.

Aus den Nebenrollen seien noch Peter Lewys Preston als Carl und Gernot Romic als U-Bahn-Geist erwähnt, die beide einen glänzenden Eindruck hinterlassen. Peter Lewys Preston hat die schwierige Aufgabe, den hintergründig bösen Charakter zumindest anfangs positiv und sympathisch wirken zu lassen, was ihm – auch dank seines Gesangstalents – hervorragend gelingt. Gernot Romic indes hat mit seiner Rap-Einlage einen der außergewöhnlichsten Songs der Show inne, den er – gerade mit nicht englischsprachigen Texten – ohne aufgesetzt zu wirken unterhaltsam über die Bühne bringt.
Spannend bei dieser deutschsprachigen Erstaufführung ist neben der Inszenierung selbst auch die Übersetzung, die Ruth Deny (Dialoge) und Roman Hinze (Gesangstexte) hervorragend gelungen ist. Die Dialoge wurden nahezu 1:1 aus dem Englischen übernommen und auch die Gesangstexte spiegeln das Original wieder, gefallen aber mit eigenen Ideen und Ansätzen. Aus „Suspend My Disbelief“ wurde beispielsweise das bereits erwähnte „Die Zweifel sind nun fort“, was den Inhalt des Songs ausgesprochen genau wiedergibt. Und wenn aus dem amerikanischen Folksong „99 Bottles Of Beer“ das deutsche „Drei Chinesen mit dem Kontrabass“ wird, passt das wie die Faust aufs Auge und fügt sich glänzend in die Szenerie ein. Es ist ein Ohrenschmaus, dem Gesungenen zuzuhören – und macht neugierig auf die Mitte Mai erscheinende Live-Aufnahme.
Gerade nach der aktuell noch laufenden, mit schlechten Kritiken überhäuften UK-Tour, ist es eine Freude, das Stück in einer derart gelungenen Fassung zu erleben. Im Hinblick auf den Transfer nach Berlin zum Ende des Jahres ist es dem Theater zu wünschen, dass die Show erfolgreich läuft. Um es mit den Worten von Molly zu sagen: „Die Zweifel sind nun fort“.

(Text: Jens Alsbach)

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