Stückinfo

Musical Comedy

Buch: Karey Kirkpatrick, John O’Farrell
Musik und Gesangstexte: Karey Kirkpatrick, Wayne Kirkpatrick
Deutsch von Roman Hinze und Niklas Wagner

Bad Hersfelder Festspiele
Premiere: 27. Juni 2026

Es wird gesungen, getanzt, gereimt und gereizt: Something Rotten!, das kultige Broadway-Musical voller Sprachwitz, Slapstick und Shakespeare-Schwindeleien feiert 2026 seine Deutsche Erstaufführung in deutscher Sprache – in der Stiftsruine Bad Hersfeld. Von Roman Hinze und Niklas Wagner ins Deutsche übertragen, entfaltet das Musical klugen Wortwitz, enthält intertextuelle Anspielungen aber auch klamaukige Ulksprüche mit britischem Kolorit.

Wir schreiben das Jahr 1595. Zwei Brüder, Nick und Nigel Bottom, in der besten Tradition der Underdogs, schlagen sich in London als mäßig erfolgreiche Theatermacher durchs Leben, stets im Schatten des allseits gefeierten, überaus eitlen und zutiefst selbstverliebten William Shakespeare. Der „Barde“ ist der absolute Superstar seiner Zeit, wird umjubelt wie ein Rockstar und trägt seine Dichtung vor sich her wie ein heiliges Feuer.

Nick Bottom jedoch hat genug vom Shakespeare-Hype und sucht sich Hilfe bei der wie sich herausstellen wird, eher unzuverlässigen Wahrsagerin Nancy Nostradamus – Nichte des großen französischen Astrologen. Sie gewährt ihm einen Blick in die Zukunft, genauer gesagt in das revolutionäre Theatergenre der Zukunft: das Musical.

Was folgt, ist ein irrwitziger Versuch der Bottom-Brüder das erste Musical der Welt zu schreiben – mit mitreißenden Liedern, spektakulären Tanznummern und … Omelett?! Nancy versteht bei der Frage nach Shakespeares größtem Theaterhit aufgrund atmosphärischer Störungen „Omelett“ statt „Hamlet“ und die Dinge nehmen ihren Lauf. Was in der Folge auf der Bühne passiert, ist eine Explosion an Liebe zum Theater und absurdem Humor, mit Anspielungen auf praktisch jedes berühmte Musical der letzten 70 Jahre, meta-theatralen Gags und so vielen Doppeldeutigkeiten und Missverständnissen, dass das Zwerchfell dauergestreckt wird, auch weil Shakespeare mit allen Mitteln versucht, sich die Konkurrenz vom Hals zu schaffen.

Das Stück des mit dem Grammy ausgezeichneten Songwriters Wayne Kirkpatrick und der erfolgreichen Librettisten Karey Kirkpatrick und John O’Farrell wurde von Publikum und Kritikern gleichermaßen gefeiert und vom New Yorker Magazin „Time Out“ als „das witzigste Musical seit mindestens 400 Jahren“ gepriesen. Für die zukünftige Programmgestaltung des Genres Musical bei den Bad Hersfelder Festspielen weist Something Rotten! den Weg in die Zukunft. Es ist eine musikalische Komödie auf höchstem Niveau, bietet große Gesangs- und Tanznummern und eine pittoreske Reihe ziemlich verrückter Charaktere.

Text: Bad Hersfelder Festspiele

Medien

(Produktionsfotos: Johannes Schembs)

Leitungsteam

Musikalische Leitung
Christoph Wohlleben
Regie
Matthias Davids
Choreografie
Kim Duddy
Bühne
Andrew D. Edwards
Kostüme
Adam Nee

Darsteller

Nancy Nostradamus
Gayle Tufts
Shakespeare
Riccardo Greco
Nick Bottom
Christopher Bolam
Nigel Bottom
Benjamin Sommerfeld
Bea
Johanna Zett
Portia
Valerie Luksch
Bruder Jeremiah
Nicolas Tenerani
Shylock
Klaus Brantzen
Lord Clapham
Ulrich Talle
Ensemble
Veronika Hörmann
Ensemble
Janina Steinbach
Ensemble
Natascha Cecilia Hill
Ensemble
Claudia Artner
Ensemble
Hanna Kastner
Ensemble
Davide Venier
Ensemble
Luuk Hartog
Ensemble
Sjoerd Knol
Ensemble
Matthew Levick
Ensemble
Fabian Grimmeisen
Ensemble
Calum Melville
Ensemble
Jelle Wijgergangs
Ensemble
Niccolo Soller

Presse

Volltreffer zum Jubiläum: "Das lustigste Musical seit 400 Jahren" begeistert

Regisseur Matthias Davids beweist einmal mehr sein außergewöhnliches Gespür für Tempo und Timing. Nahezu jede Pointe sitzt, jede Szene greift nahtlos in die nächste. Dabei verliert die Inszenierung nie ihren Rhythmus. Die über zweistündige Aufführung vergeht wie im Flug. Immer wieder entdeckt das Publikum neue Gags, kleine Anspielungen und raffinierte Details. Viele Lacher kommen überraschend, manche entwickeln sich erst auf den zweiten Blick. Genau das macht den besonderen Reiz dieses Musicals aus.

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Riccardo Greco sorgt als selbstverliebter William Shakespeare für zahlreiche Lacher und großen Applaus. – Fotos: Moritz Rös

Volltreffer zum Jubiläum: „Das lustigste Musical seit 400 Jahren“ begeistert

29.06.26 – Es gibt Premieren, die „einfach nur“ gefallen. Und es gibt Premieren, die das Publikum von der ersten Minute an mitreißen und den gesamten Abend in ein einziges großes Fest verwandeln. Genau das gelingt „Something Rotten!“ bei seiner Erstaufführung in deutscher Sprache in der Stiftsruine. Als Musical-Eröffnung der 75. Bad Hersfelder Festspiele setzt die Produktion nicht nur ein Ausrufezeichen – sie ist die Handschrift der Jubiläumssaison.

Selten hat man das Hersfelder Publikum so erlebt. Schon mit den ersten Szenen wird gelacht, geklatscht und gejubelt. Es vergeht kaum eine Minute ohne Szenenapplaus oder schallendes Gelächter. Die Zuschauer sind vom ersten Augenblick an Teil dieses verrückten Theaterkosmos. Und genau darin liegt eine der größten Stärken des Abends: Das Stück nimmt sich nie zu ernst – und gerade deshalb steckt in ihm erstaunlich viel Wahrheit.

Eine Liebeserklärung an das Theater

Denn hinter all dem Wortwitz, den absurden Einfällen und den zahllosen Musical-Anspielungen verbirgt sich eine kluge Liebeserklärung an das Theater selbst. Es geht um Neid, Ehrgeiz, Kreativität und den Mut, neue Wege zu gehen. Dass ausgerechnet dieses Stück die erste große Musical-Neuproduktion unter Intendantin Elke Hesse eröffnet, wirkt fast symbolisch. Hesse hatte angekündigt, Tradition zu bewahren und gleichzeitig neue Impulse zu setzen. Genau das gelingt mit dieser Produktion auf beeindruckende Weise. Shakespeare bleibt präsent – aber er wird augenzwinkernd auf den Kopf gestellt. Das Ergebnis ist modern, mutig und unglaublich unterhaltsam.

Tempo, Timing und ganz viel Spielfreude

Regisseur Matthias Davids beweist einmal mehr sein außergewöhnliches Gespür für Tempo und Timing. Nahezu jede Pointe sitzt, jede Szene greift nahtlos in die nächste. Dabei verliert die Inszenierung nie ihren Rhythmus. Die über zweistündige Aufführung vergeht wie im Flug. Immer wieder entdeckt das Publikum neue Gags, kleine Anspielungen und raffinierte Details. Viele Lacher kommen überraschend, manche entwickeln sich erst auf den zweiten Blick. Genau das macht den besonderen Reiz dieses Musicals aus.Auch musikalisch ist der Abend ein Hochgenuss. Christoph Wohlleben und sein Orchester liefern einen satten, kraftvollen Sound, während Kim Duddys Choreografien die Bühne nahezu explodieren lassen. Die Stiftsruine wird zur riesigen Musicalbühne, auf der jeder Zentimeter genutzt wird. Und sogar Stepptanz gibt es! Andrew D. Edwards‘ Bühnenbild und die fantasievollen Kostüme von Adam Nee schaffen dazu den perfekten Rahmen.

Vor allem aber lebt „Something Rotten!“ von seinem großartigen Ensemble. Christopher Bolam und Benjamin Sommerfeld harmonieren als Nick und Nigel Bottom hervorragend. Die beiden Brüder könnten unterschiedlicher kaum sein – der eine voller Ehrgeiz und Verzweiflung, der andere verträumt und voller Idealismus. Gerade dieses Gegenspiel macht ihre Figuren so liebenswert. Beide überzeugen nicht nur gesanglich und tänzerisch, sondern auch mit feinem komödiantischem Gespür. Man nimmt ihnen jede Szene, jede Emotion und jede noch so absurde Situation ab.

Ein echtes Glanzlicht setzt Riccardo Greco als William Shakespeare. Sein Shakespeare ist kein ehrwürdiger Dichterfürst, sondern ein selbstverliebter Popstar der Renaissance. Mit überbordendem Charisma, beeindruckender Stimme und herrlicher Selbstironie dominiert er jede Szene, ohne sie an sich zu reißen. Greco spielt diese Rolle mit sichtbarer Freude und macht aus Shakespeare einen Rockstar, den man gleichzeitig bewundert und belächelt.

„Na, weil es Spaß macht“

Und dann ist da Gayle Tufts. Warum macht Nancy Nostradamus eigentlich all diesen Wahnsinn? Ihre herrlich einfache Antwort lautet: „Na, weil es Spaß macht.“ Kaum ein Satz beschreibt diesen Abend besser. Tufts stiehlt mit ihrer unverwechselbaren Bühnenpräsenz immer wieder Szenen, ohne sich jemals in den Vordergrund zu drängen. Ihre Mischung aus Wortwitz, Charme und pointierter Komik ist schlicht grandios.

Es würde kaum überraschen, wenn man in einigen Jahren auf diese Premiere zurückblickt und sagt: Hier begann etwas Neues. „Something Rotten!“ besitzt alles, was große Festspielproduktionen ausmacht – und ist eben doch ganz anders als das klassische Stück Theatergeschichte in der Stiftsruine. Humor, musikalische Klasse, Tempo und Herz. Vor allem aber besitzt es den Mut, anders zu sein.

Kommentar: Ich habe selten erlebt, dass eine Premiere das Publikum derart geschlossen mitnimmt. Von der ersten bis zur letzten Minute wurde gelacht, applaudiert und mitgefiebert. Dabei war es nie billiger Klamauk. Im Gegenteil: Viele Pointen wirken zunächst herrlich albern, entfalten aber erst später ihre eigentliche Tiefe. Genau diese Mischung macht das Stück für mich so besonders. Vor allem zeigt dieser Abend etwas, das ich in dieser Form in Bad Hersfeld lange nicht erlebt habe: Das Publikum ist bereit für Neues. Es lässt sich auf verrückte Ideen ein, feiert Selbstironie und genießt ein Musical, das mit den Regeln des Theaters spielt, statt sie einfach nur zu erfüllen. Genau dafür stehen die Bad Hersfelder Festspiele seit 75 Jahren – und genau diesen Gedanken führt Elke Hesse konsequent weiter. Wenn dieses Musical ein Vorgeschmack auf ihre Handschrift ist, dann dürfen sich die Besucher auf spannende Jahre freuen. (Constantin von Butler) +++

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Osthessen-News

Poesie, Spiegeleier und der ganze Rest

Die Premiere der deutschen Erstaufführung auf der Bühne der Stiftsruine wurde frenetisch bejubelt und beklatscht. Der Abend ist schon jetzt ein Mega-Erfolg, eine großartige, witzige und anspielungsreiche Produktion in Spitzenqualität.

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Poesie, Spiegeleier und der ganze Rest

Das Musical „Something Rotten!“ wurde bei den Bad Hersfelder Festspielen umjubelt

Großes Ensemble: Szene aus dem Musical „Something Rotten! bei den Bad Hersfelder Festspielen 2026.
Großes Ensemble: Szene aus dem Musical „Something Rotten! bei den Bad Hersfelder Festspielen 2026. © Steffen Sennewald

Bad Hersfeld – Schwachheit, dein Name ist Ei! Moment mal, hieß es bei „Hamlet“ da nicht: „Weib“? Hühnereier und der Dänenprinz, der nicht weiß, ob das Sein oder das Nichtsein wünschenswerter ist, stehen eben ganz nah beieinander. Das lernen wir bei den Bad Hersfelder Festspielen im Musical „Something Rotten!“. Die Premiere der deutschen Erstaufführung auf der Bühne der Stiftsruine wurde frenetisch bejubelt und beklatscht. Der Abend ist schon jetzt ein Mega-Erfolg, eine großartige, witzige und anspielungsreiche Produktion in Spitzenqualität.

Großartige Tanzszenen

Das bestens gelaunte Ensemble glänzt in den von Kim Duddy choreografierten großen Tanzszenen, Adam Nee hat zahlreiche aufwendige Kostüme geschaffen, die spielerisch Renaissance-Geist und Popkultur verbinden. Das Bühnenbild von Andrew D. Edwards ermöglicht Freiraum für die herrliche Musical-Opulenz und ermöglicht zugleich den Fokus aufs intime Tête-à-Tête. Es ist nämlich so, dass Nigel Bottom (vortrefflich zergrübelt: Benjamin Sommerfeld) ein extrem versierter Verseschmied ist. Er leidet unter den Erfordernissen, mit seinem Bruder Nick (Christopher Bolam, der Ryan Gosling Bad Hersfelds) wirtschaftlich erfolgreich Kunst zu machen, ebenso wie an seinen Selbstzweifeln. Wer schätzt eigentlich Poesie?

Der Theater-Influencer der Renaissance ist selbstverständlich ein gewisser Will, dessen Bühnenhit „Romeo und Julia“ zur Verwunderung der Bottom-Brüder gefeiert wird, obwohl die Liebenden am Ende tot sind. Will posiert gern vor Fahnen mit seinem stilisierten Konterfei, umgeben von einer ihn umtanzenden Entourage. Riccardo Greco – Lederhose, glänzende Sonnenbrille, aufgeknöpftes Hemd – wirkt als Will exzentrisch und stimmstark wie der unvergleichliche Prince. Zu albern dann allerdings seine Frauenverkleidung plus Micky-Maus-Stimme. „Wir sind in der Reeeeenaissance“ singt das Ensemble schon im Eröffnungslied, „wir schwelgen in Wissenschaft und Kunst“. Das kommt so unverfroren lässig und cool über die Rampe, dass man sich sofort selbst der Sonett-Form widmen will, aber dann doch mit allen 14 Versen.

Shakespeare-Bingo zum Abkreuzen

Christoph Wohlleben, musikalischer Leiter, trägt zwar wie sein großes Orchester Rüschenkragen, lässt die Rhythmen aus dem Orchestergraben aber treiben, die Melodien perlen und gibt den Sängerinnen und Sängern den idealen Klangrahmen. Lediglich am Anfang des Abends hatte die Technik den Ton noch zu hallig abgemischt; darunter litt die Textverständlichkeit.

 

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HNA

Shakespeare mal anders

Mit „Something Rotten!“ gelingt den Bad Hersfelder Festspielen ein turbulenter, selbstironischer und hochunterhaltsamer Ausflug in die Welt des Musicals. Die deutsche Fassung von Roman Hinze und Niklas Wagner bewahrt dabei den rasanten Sprachwitz des Originals und transportiert dessen Fülle an Anspielungen und Zitaten aus der Musicalgeschichte mit großer Raffinesse ins Deutsche. Dass dieser irrwitzige Mix aus Shakespeare-Parodie, Musical-Hommage und Slapstick funktioniert, liegt maßgeblich an der Regie von Matthias Davids. Er beweist sein Gespür für Tempo, Pointen und perfekt getimte Situationskomik. Die Inszenierung gönnt sich kaum Verschnaufpausen, treibt die Handlung mit hohem Rhythmus voran und nutzt den Wechsel zwischen überdrehter Komik, kluger Selbstreflexion und liebevollen Seitenhieben auf das Musicalgenre mit sichtbarer Spielfreude aus.

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„Something Rotten!“ in Bad Hersfeld (Foto: Dominik Lapp)

Shakespeare mal anders: „Something Rotten!“ in Bad Hersfeld

Mit „Something Rotten!“ gelingt den Bad Hersfelder Festspielen ein turbulenter, selbstironischer und hochunterhaltsamer Ausflug in die Welt des Musicals. Das Werk der „Mrs. Doubtfire“-Autoren Wayne Kirkpatrick (Musik und Songtexte), Karey Kirkpatrick (Musik, Songtexte und Buch) und John O’Farrell (Buch) entführt das Publikum in das elisabethanische England und stellt augenzwinkernd die Frage, was geschieht, wenn zwei erfolglose Dramatiker verzweifelt versuchen, den übermächtigen William Shakespeare auszustechen. Die deutsche Fassung von Roman Hinze und Niklas Wagner bewahrt dabei den rasanten Sprachwitz des Originals und transportiert dessen Fülle an Anspielungen und Zitaten aus der Musicalgeschichte mit großer Raffinesse ins Deutsche.

Dass dieser irrwitzige Mix aus Shakespeare-Parodie, Musical-Hommage und Slapstick funktioniert, liegt maßgeblich an der Regie von Matthias Davids. Nachdem er das Stück bereits gemeinsam mit Choreografin Kim Duddy am Landestheater Linz auf die Bühne gebracht hat, beweist er nun auch in Bad Hersfeld sein Gespür für Tempo, Pointen und perfekt getimte Situationskomik. Die Inszenierung gönnt sich kaum Verschnaufpausen, treibt die Handlung mit hohem Rhythmus voran und nutzt den Wechsel zwischen überdrehter Komik, kluger Selbstreflexion und liebevollen Seitenhieben auf das Musicalgenre mit sichtbarer Spielfreude aus.

Die Aufführung markiert zugleich eine Rückkehr zu einer alten Hersfelder Tradition. Intendantin Elke Hesse, die bereits von 2006 bis 2009 an der Spitze der Festspiele stand, verabschiedet sich wieder von der unter Dieter Wedel eingeführten und von dessen Nachfolger Joern Hinkel fortgesetzten Pause. Stattdessen läuft „Something Rotten!“ ohne Unterbrechung in rund zwei Stunden und zehn Minuten. Die Entscheidung hat laut Pressesprecherin Gründe: Eine Pause reicht in der Stiftsruine kaum für mehr als das Verlassen des Zuschauerraums und die anschließende Rückkehr. Die Verantwortlichen setzen stattdessen darauf, dass das Publikum den Theaterabend nach Vorstellungsende bei einem Getränk ausklingen lässt. Allerdings fordert dieses Konzept seinen Preis, denn das Musical wurde für die pausenlose Spielfassung gekürzt. Zwar bleibt der Erzählfluss jederzeit erhalten, dennoch bekommt man hier nicht die Vollversion zu sehen.

Andrew D. Edwards entwickelt ein Bühnenbild, das sich nahezu organisch in die monumentale Stiftsruine einfügt. Der hölzerne Aufbau erinnert unverkennbar an Shakespeares Globe Theatre, erstreckt sich über zwei Ebenen und lässt Balkone um die mächtigen Steinsäulen wachsen. So entstehen immer neue Spielorte, die geschickt genutzt werden und der Inszenierung zusätzliche Dynamik verleihen. Michael Grundners Licht setzt das historische Gemäuer stimmungsvoll in Szene und unterstützt die schnellen Wechsel zwischen großer Show und kleineren Spielsituationen wirkungsvoll.

Zu den stärksten optischen Reizen gehören Adam Nees Kostüme. Farbenprächtig, aufwändig gearbeitet und mit einer Fülle liebevoller Details versehen, orientieren sie sich an der Shakespeare-Zeit und verbinden historischen Charme mit der überzeichneten Komik des Stücks. Jedes Kostüm erzählt dabei ein Stück der jeweiligen Figur weiter und unterstützt deren Charakterisierung auf überzeugende Weise.

Ebenso großen Anteil am Gelingen hat Kim Duddys Choreografie. Die Tanznummern sind voller Energie, abwechslungsreich und geschickt in die Handlung eingebunden. Sie dienen nie bloß als dekorative Einlagen, sondern entwickeln das Geschehen konsequent weiter. Gerade in den großen Ensemblenummern entfaltet sich eine mitreißende Dynamik, bei der die Bewegungen exakt auf Musik und Handlung abgestimmt sind.

„Something Rotten!“ in Bad Hersfeld (Foto: Dominik Lapp)

Unter der Leitung von Christoph Wohlleben entfaltet die Partitur ihren ganzen Facettenreichtum. Das 17-köpfige Orchester meistert den stilistischen Spagat zwischen Broadway-Sound, Pop-Anklängen und augenzwinkernden Zitaten aus der Musicalgeschichte mit Schwung und klanglicher Geschlossenheit. Die musikalische Begleitung bleibt jederzeit transparent, trägt die Solistinnen und Solisten sicher und verleiht den großen Shownummern die notwendige Wucht.

Riccardo Greco genießt seine Rolle als William Shakespeare mit sichtlichem Vergnügen. Nachdem er den berühmten Dramatiker zuletzt im Hamburger Musical „& Julia“ als eher reflektierten Autor verkörperte, schlägt er nun die entgegengesetzte Richtung ein. Sein Shakespeare ist eitler Popstar, permanent um die eigene Wirkung bemüht, geschniegelt, mit Sonnenbrille ausgestattet und voller affektierter Allüren. Greco kostet dieses übersteigerte Selbstbild genüsslich aus, bewegt sich mit lässiger Selbstverständlichkeit über die Bühne und trifft genau den schmalen Grat zwischen Charme und Arroganz. Seine Bühnenpräsenz und die wohlklingende Stimme machen verständlich, weshalb alle Welt diesem Shakespeare verfällt.

Christopher Bolam verleiht Nick Bottom den passenden Mix aus Ehrgeiz, Verzweiflung und überbordendem Selbstbewusstsein. Mit großer Spielfreude gestaltet er den erfolglosen Autor als sympathischen Träumer, dessen überschäumende Ideen regelmäßig an der Realität zerschellen. Dabei überzeugt er ebenso mit komödiantischem Timing wie mit seinem Gesang.

„Something Rotten!“ in Bad Hersfeld (Foto: Dominik Lapp)

Benjamin Sommerfeld setzt dazu einen wunderbaren Kontrast. Sein Nigel Bottom besitzt Herzenswärme, Naivität und künstlerische Leidenschaft. Sommerfeld gestaltet die Entwicklung vom schüchternen Dichter zum selbstbewussteren jungen Mann glaubwürdig und punktet insbesondere in den ruhigeren Momenten mit stimmlicher Ausdruckskraft.

Johanna Zett stattet Bea mit viel Temperament, Witz und Durchsetzungsvermögen aus. Sie ist weit mehr als die verständnisvolle Ehefrau ihres Mannes Nick, sondern entwickelt sich zu einer Antreiberin der Handlung. Valerie Luksch verleiht Portia Charme, Natürlichkeit und eine angenehme Leichtigkeit. Das Zusammenspiel mit Benjamin Sommerfeld entwickelt viel Spielfreude und sorgt neben dem irrwitzigen Geschehen immer wieder für romantische Zwischentöne.

Gayle Tufts begeistert als Wahrsagerin Nancy Nostradamus mit trockenem Humor und einer herrlich exzentrischen Bühnenerscheinung. Ihre Auftritte gehören zu den komödiantischen Glanzlichtern des Abends, weil sie jede Pointe genüsslich auskostet und das Publikum mühelos auf ihre Seite zieht.

„Something Rotten!“ in Bad Hersfeld (Foto: Dominik Lapp)

Auch in den kleineren Rollen überzeugt das Ensemble. Nicolas Tenerani gibt Bruder Jeremiah die passende Mischung aus religiösem Eifer und unfreiwilliger Komik. Ulrich Talle sorgt als Lord Clapham für markante Akzente, während Klaus Brantzen dem Geldverleiher Shylock mit feinem Gespür für Timing Profil verleiht.

Überhaupt präsentiert sich das Ensemble als große Stärke dieser Produktion. Besonders Veronika Hörmann, Janina Steinbach, Natascha Cecilia Hill und Hanna Kastner setzen immer wieder auffällige Akzente. Ob gesanglich, tänzerisch oder in zahlreichen kleinen Spielszenen – sie bereichern das Geschehen mit hoher Präsenz und tragen wesentlich zur enormen Spielfreude bei, die den gesamten Abend durchzieht.

„Something Rotten!“ erweist sich in Bad Hersfeld als klug konstruierte Komödie voller Esprit, Tempo und Selbstironie. Die pointierte Regie, die spielfreudige Besetzung, das prachtvolle Erscheinungsbild und die musikalische Qualität verbinden sich zu einer Musicalproduktion, die den Humor der Broadway-Show wirkungsvoll in die Stiftsruine überträgt. Dass die pausenlose Fassung Kürzungen notwendig macht, fällt angesichts des hohen Unterhaltungswertes zwar ins Gewicht, schmälert den Gesamteindruck jedoch nur geringfügig. Das Publikum erlebt einen Abend, der Shakespeare ebenso liebevoll auf die Schippe nimmt wie das Musical selbst – und gerade daraus seinen unwiderstehlichen Reiz bezieht.

Text: Dominik Lapp

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kulturfeder.de

Lieber Omelett als Hamlet? "Es ist was faul im Staate..."!

Wer in diesem Sommer noch freie, unverplante  Wochenenden hat, sollte über eine Kurzreise nach Bad Hersfeld nachdenken. Man wird eine Show erleben, bei der ein großartiges Ensemble eine herrlich skurrile Geschichte mit viel Tempo und Witz erzählt, bei der man die Alltagsprobleme, die uns derzeit ja durchaus vermehrt heimsuchen, für mindestens zweieinhalb Stunden vergessen kann. Wer mal wieder mit einem Lächeln im Gesicht und  dem ein oder anderen Ohrwurm auf den Lippen den Heimweg antreten möchte, der ist  in diesem Sommer in der Stiftsruine auf alle Fälle am richtigen Ort.

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Lieber Omelett als Hamlet? „Es ist was faul im Staate…“ !

Die deutschsprachige Uraufführung dieser selbstironischen Musical-Persiflage wird vom Publikum gefeiert!

Text: Jörg Beese. Fotos: BHF/ Johannes Schembs

Den Bad Hersfelder Festspielen ist am 27. Juni 2026 ein Volltreffer gelungen. Mit der deutschsprachigen Uraufführung des absolut witzigen,  selbstironischen und temporeichen Musicals  „Something Rotten!“ von John O’Farrell und Karey Kirkpatrick (Buch) sowie Karey und Wayne Kirkpatrick (Musik und Liedtexte) zündete ein grandioses Ensemble auf der Bühne nicht nur ein begeisterndes Feuerwerk ab, sondern animierte die rund 1.300 Zuschauer bei der Premiere in der historischen Stiftsruine bei schwülen 37 Grad Celsius zu lang anhaltenden Standing Ovations. Und das völlig zurecht, denn diese Produktion könnte zum Shootingstar der aktuellen Sommersaison avancieren. Wer Musical liebt und auch noch die Fähigkeit besitzt, sowohl über sich selbst wie auch Andere lachen zu können, muss diese Show gesehen haben, die nicht nur das eigene Genre mächtig auf die Schippe nimmt, sondern auch mit opulenter Optik und ebenso rasanten wie ausgiebigen Tanzszenen für minutenlangen Zwischenapplaus sorgt. Die deutsche Übersetzung stammt von Roman Hinze und Niklas Wagner, die Regie hat Matthias Davids, die Musikalische Leitung wie immer in Bad Hersfeld Christoph Wohlleben und für die Choreografien zeichnet Kim Duddy verantwortlich.

Aus gebührendem Anlass beginnen wir aber unseren Premierenbericht mit denen, die an diesem lange nachwirkenden Samstagabend Schwerstarbeit leisten mussten, den Künstlerinnen und Künstlern des Ensembles. Ausgerechnet am bis dahin heißesten Tag der Wetteraufzeichnungen in Deutschland mussten die 22 DarstellerInnen in ihren wunderschönen Renaissance-Kostümen knapp 2:20 Stunden ohne Pause, abgesehen von einer siebenminütigen Trinkpause für das Ensemble, spielen, Kostüme wechseln und immer wieder tanzen, tanzen, tanzen. Es war unübersehbar, dass bei dieser Saunaluft schon nach wenigen Sekunden der Schweiß in Strömen über die Gesichter der KünstlerInnen floss, doch die ließen sich das niemals anmerken und lieferten an diesem Abend eine Performance ab, die definitiv zu den Top Ten der rund 1.800 Musicalproduktionen gehört, die der Autor in den letzten 30 Jahren auf deutschsprachigen Bühnen miterleben durfte. Natürlich stechen rollenbedingt immer einige Charaktere hervor, so wie beispielsweise Riccardo Greco, der als extrovertierter William Shakespeare eher an einen Rockstar erinnert und mit seiner selbstverliebten Art die Bühne für sich einnimmt. Oder das herrliche romantisch-komödiantische Pärchen Valerie Luksch (Portia) und Benjamin Sommerfeld (Nigel Bottom), die ihre gemeinsamen, mal schüchternen, mal bewusst überzeichneten Auftritte zu einem Highlight der Show machen. Dazu die großartige Johanna Zett, die nach ihren zuletzt eher ernsten Rollen nun auch als Komödiantin mit einer herrlichen Mimik und Körpersprache eindrücklich unter Beweis stellt, dass sie derzeit zu den besten weiblichen Musicalkünstlerinnen gehört, die wir in Deutschland haben. Und natürlich Gayle Tufts, die als Hellseherin Nancy Nostradamus zwar manchmal wegen ihres Akzents nur schwer zu verstehen ist, aber dies mit ihrem  durch Körper wie Sprache ausgedrückten Humor mehr als wettmachen kann. Christopher Bolam fällt als Nigels Bruder Nick ein klein wenig gegenüber seinen Kolleginnen und Kollegen ab, dies liegt aber nicht an seinem Können, sondern an der Tatsache, dass er sich zu sehr auf die korrekte deutsche Aussprache konzentriert und dadurch manchmal etwas verkrampft wirkt, was durch die zwei oder drei Versprecher im ersten Teil der Show nicht besser wurde. Er konnte sich aber im weiteren Verlauf  der Show freispielen und dürfte mit seiner schauspielerischen und gesanglichen Qualität in den kommenden Wochen ebenfalls auf Topniveau agieren.

Die Liste der Topleistungen kann man nahtlos fortführen, seien es Nicolas Tenerani als Portia scheinbar erzkonservativer Vater, Klaus Brantzen als theaterbegeisterter  jüdischer Geldgeber Shylock oder Ulrich Talle als Lord Clapham, der zudem auch als Richter eingesetzt wird. Und natürlich das extrem motivierte und sportliche Tanzensemble um die Dance Captains Claudia Artner und Matthew Levick, das durch die vielen Quick Changes zwischen den zahlreichen und teilweise sehr dicht aufeinander folgenden Tanzsequenzen gefordert ist und dies mit Bravour abliefert.

Kim Duddy hat die Choreografien mit ihrer Truppe wunderbar einstudiert, dabei auch immer wieder die Hauptdarsteller eingebunden, die ebenfalls ihre tänzerische Qualität unter Beweis stellen können. Die Mischung  variiert von großen Showtänzen ala A Chorus Line bis hin zu ausgiebigen und groß angelegten Stepptanznummern des Ensembles. Diese Darbietungen sind definitiv preisverdächtig.

Musikalisch liefert Christoph Wohlleben mit seinem Orchester wieder eine perfekte Arbeit ab, allerdings war die Abmischung gerade zu beginn der Show noch nicht optimal, manchmal übertönte das Orchester noch die Solisten, was sich aber im Verlauf des Abends deutlich besserte. Dabei kamen beim Publikum besonders die Ohrwürmer wie „A Musical“, „Hard to Be the Bard“, „I hate Shakespeare“ oder „Will Power“ besonders gut an, um nur einige zu benennen.

Optisch haben Adam Nee (Kostüme) und Andrew D. Edwards einen guten Job gemacht. Die Zahl der historischen Renaissance-Kostüme scheint kaum zählbar, die Farben faszinieren und wirken am späteren Abend, wenn auch das Lichtdesign sich voll entfalten kann, noch opulenter. Das Bühnenbild besteht aus einem großen Holzgerüst, das quasi drei Spielflächen eröffnet, zwei ebenerdige sowie eine weitere auf der erhöhten Galerie. Durch geschicktes Öffnen und Schließen der Boxen unterhalb der Galerie werden weitere Räumlichkeiten eröffnet, insgesamt funktional und raumfüllend. Der Platz mittig vor dem Gerüst wird zwar hin und wieder durch Bänke und Stühle ergänzt, dient im Wesentlichen aber als große Austobefläche für das Tanzensemble.

Matthias Davids hat mit dem weitgehend identischen Kreativteam bereits im österreichischen Linz „Something Rotten!“ inszeniert und wusste daher bereits, worauf es ankommt. Die Originalinszenierung wurde zwar etwas gekürzt, da in Bad Hersfeld ohne pause durchgespielt wird, aber dank schneller Übergänge fällt das kaum ins Gewicht.  Er lässt den Akteuren auf der Bühne Raum, um ihr komödiantisches Talent auszuspielen und hat damit Erfolg. Womit wir bei dem Inhalt dieses Musicals wären.

Denn „Something Rotten!“ ist eine wunderbar ironische Persiflage auf das Genre Musical und die Theaterszene  der Gegenwart, obwohl es in der Renaissance. Im Jahr 1595 spielt. Nick und Nigel Bottom sind eher mäßig erfolgreiche Theaterproduzenten und  stehen permanent im Schatten des extrovertierten Superstars seiner Zeit, William Shakespeare. Als Nick eine Hellseherin um Rat fragt, blickt diese in die Zukunft und erzählt ihm von der revolutionären Idee des Musicals. Daraufhin entwickeln die Brüder tatsächlich ihre erste Show  mit Gesang, Tanz und einem Ei, oder sollte man sagen, „Omelett“? Was es damit auf sich hat, wollen wir hier noch nicht verraten, aber im Ergebnis taucht in der Folge nach bestem britischen Humor so ziemlich jedes Musical mit witzigen Anspielungen auf, das in den letzten 50 oder mehr Jahren für Furore sorgte, vom „Fiddler on the Roof“ bis hin zur Kaiserin „Elisabeth“.

Fazit: Wer in diesem Sommer noch freie, unverplante  Wochenenden hat, sollte über eine Kurzreise nach Bad Hersfeld nachdenken. Man wird eine Show erleben, bei der ein großartiges Ensemble eine herrlich skurrile Geschichte mit viel Tempo und Witz erzählt, bei der man die Alltagsprobleme, die uns derzeit ja durchaus vermehrt heimsuchen, für mindestens zweieinhalb Stunden vergessen kann. Wer mal wieder mit einem Lächeln im Gesicht und  dem ein oder anderen Ohrwurm auf den Lippen den Heimweg antreten möchte, der ist  in diesem Sommer in der Stiftsruine auf alle Fälle am richtigen Ort.

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Da Capo, das Musicalmagazin

Publikum applaudiert zehn Minuten

Trotz der Temperaturen von über 35 Grad wirbelt das hochklassige Ensemble von einer Tanznummer zur nächsten, immer wieder belohnt durch jubelnden Szenenapplaus. Den Darstellern gebührt größte Hochachtung für ihre Leistung mit unzähligen Kostüm- und Rollenwechseln. Das Stück hält die Balance und setzt damit tatsächlich ein Ausrufezeichen in der langen Geschichte der Bad Hersfelder Musical-Erfolge. Das Premieren-Publikum spendet fast zehn Minuten verdienten Beifall mit stehenden Ovationen.

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„Something Rotten!“ feiert Premiere: Publikum applaudiert zehn Minuten

Something Rotten bei den Bad Hersfelder Festspielen

Wir sind in der Renaissance: Mit großartigen Tanzszenen und eingängigen Melodien überzeugte das Ensemble von „Something Rotten!“ bei der Premiere der deutschsprachigen Erstaufführung in der Stiftsruine. © Steffen Sennewald

Bad Hersfeld – „Sein oder nicht sein“ – das ist für Nick und Nigel Bottom die Frage. Die Brüder schlagen sich im Jahr 1595 als Dichter und Schauspieler in London durchs Leben. Doch zu Beginn der Renaissance, des Zeitalters von Bildung und Wissenschaft, von Pluderhose und Federhut, gibt es auf der Bühne nur einen Star: Shakespeare! Er steht im Licht, für andere Dichter gilt das leider nicht.

Während Nicks Frau Bea als erste emanzipierte Frau des neuen Zeitalters versucht, in Männerberufen Geld für die wachsende Familie zu verdienen, sucht Nick verzweifelt den Rat der einäugigen Hellseherin Nancy Nostradamus. Sie ist die Nichte des berühmten Wahrsagers, die allerdings oft danebenliegt – wenn auch nur knapp. Musicals – mit Ausrufezeichen! – sind der heiße Scheiß der Bühnenzukunft, sagt sie voraus. Und der Barde, wie William Shakespeare huldvoll genannt wird, schreibe gerade an einem neuen Drama über „Omelett“. Das wollen die Dichter-Brüder auch und machen sich daran, das erste Musical! der Theatergeschichte zu schreiben.

Die Geschichte von „Something Rotten!“ kommt leichtfüßig daher. Die US-amerikanische Entertainerin Gayle Tufts als Nancy (gedehnt amerikanisch wie faaaancy) ist auf den Punkt präsent und dabei urkomisch. Die beiden einander innig verbundenen Bottom-Brüder, sympathisch und überzeugend gespielt von Christopher Bolam (Nick) und Benjamin Sommerfeld (Nigel), überzeugen tänzerisch und musikalisch auf ganzer Linie. Ebenso Nicks Ehefrau Bea (stimmlich facettenreich: Johanna Zett) als starke Frau hinter dem Künstler-Duo. Für den nötigen Schuss „Romeo und Julia“ sorgt die verbotene Liebe von Nigel zur Puritaner-Tochter Portia (süß als Dichter-Groupie: Valerie Luksch), deren Vater als Puritaner-Prediger Bruder Jeremiah (stimmlich stark und herrlich verbohrt: Nicolas Tenerani) gegen die lasterhafte Kunst wettert und dabei doch mit den eigenen verbotenen Trieben kämpft.

William Shakespeare (wunderbar eitel, arrogant und selbstironisch: Riccardo Greco) wird gefeiert wie ein Rock-Star der Renaissance in Lederhose, mit Sonnenbrille und silberner Schamkapsel, der sich wie einst Tom Jones mit der Unterwäsche seiner weiblichen Fans den Schweiß von der Stirn tupft. Doch Barde sein ist hart, wie der Dichterfürst in seiner Schreibstube seufzt. Und so schleicht er sich, getarnt mit Rauschebart und Fistelstimme, als Tobi (or not to be) in die Schauspieltruppe der Bottom-Brüder, um deren Ideen zu klauen. „Ziemlich viele Klischees“, fistelt der getarnte Barde dort angesichts des geballten Feuerwerks seiner eigenen Zitate.

„So wie der Tag folgt auf die Nacht“, so treibt das Drama auf seinen Höhepunkt zu. Mit dem verpönten Geld des jüdischen Mäzens Shylock (liebenswert Klaus Brantzen als erster Produzent der Geschichte), dessen wahre Religion das Theater ist, wird „Omelett“ das Musical! aufgeführt – und gefeiert. Präzise und wie gewohnt auf den Punkt intoniert das Festspiel-Orchester unter dem gefühlvollen Dirigat von Christoph Wohlleben die eingängigen Melodien, allen voran der Ohrwurm-Song „Renaissance“.

A Chorus Line, My Fair Lady, Annie Get Your Gun, West Side Story, Hair, Elisabeth, Mamma Mia, Starlight Express, Cabaret, Cats, Phantom der Oper, Les Misérables, Sister Act oder König der Löwen – unzählige Anspielungen auf die größten Musicals aller Zeiten sind in der Inszenierung von Regisseur Matthias Davids und Choreografin Kim Duddy verborgen und machen „Something Rotten!“ zu der Hommage schlechthin auf das Genre.

Trotz der Temperaturen von auch abends noch über 35 Grad wirbelt das durchweg hochklassige Ensemble von einer Tanznummer zur nächsten. Vom Breakdance über Hat-Dance bis zum Stepptanz – alle Register des Tanztheaters werden gezogen –, immer wieder belohnt durch jubelnden Szenenapplaus. Den Darstellern gebührt größte Hochachtung für ihre Leistung mit unzähligen Kostüm- und Rollenwechseln.

Die Renaissance-Roben der Schauspieler, 500 sollen es sein, sind ein weiteres Highlight der Inszenierung und bis ins Detail liebevoll designt von Adam Nee. Jedes einzelne Kostüm ist eigentlich viel zu schade, um bei dieser Hitze durchgeschwitzt zu werden.

Die Zuschauer stören sich auch nicht an dem zuweilen arg klamaukigen Humor, wenn Bratpfannen mit Eier-Köpfen im „Omelett“-Musical tanzen. Auch Zoten, etwa wenn Puritaner-Chef Bruder Jeremiah mit Blick auf seine Leibesmitte die „heilige Lanze erhebt“ und die Schauspieler seine „Rute spüren lassen“ will, werden fröhlich belacht.

Denn das Stück hält die Balance und setzt damit tatsächlich ein Ausrufezeichen in der langen Geschichte der Bad Hersfelder Musical-Erfolge. Das Premieren-Publikum spendet fast zehn Minuten verdienten Beifall mit stehenden Ovationen.

Und der Rest ist Schweigen …

 

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Hersfelder Zeitung

Umjubelte Premiere

Das Stück des mit dem Grammy ausgezeichneten Songwriters Wayne Kirkpatrick wurde von Publikum und Kritikern gleichermaßen gefeiert und vom New Yorker Magazin „Time Out“ als „das witzigste Musical seit mindestens 400 Jahren“ gepriesen. Für die zukünftige Programmgestaltung des Genres Musical bei den Bad Hersfelder Festspielen weist Something Rotten! den Weg in die Zukunft. Es ist eine musikalische Komödie auf höchstem Niveau, bietet große Gesangs- und Tanznummern und eine pittoreske Reihe ziemlich verrückter Charaktere.

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Eine umjubelte Premiere bei den 75. Bad Hersfelder Festspielen: Something Rotten , das Musical

Manfred Kittner 

Zwei Brüder, Nick und Nigel Bottom, in der besten Tradition der Underdogs, schlagen sich in London als mäßig erfolgreiche Theatermacher durchs Leben, stets im Schatten des allseits gefeierten, überaus eitlen und zutiefst selbstverliebten William Shakespeare. Der „Barde“ ist der absolute Superstar seiner Zeit, wird umjubelt wie ein Rockstar und trägt seine Dichtung vor sich her wie ein heiliges Feuer.

Nick Bottom jedoch hat genug vom Shakespeare-Hype und sucht sich Hilfe bei der wie sich herausstellen wird, eher unzuverlässigen Wahrsagerin Nancy Nostradamus – Nichte des großen französischen Astrologen. Sie gewährt ihm einen Blick in die Zukunft, genauer gesagt in das revolutionäre Theatergenre der Zukunft: das Musical.


Was folgt, ist ein irrwitziger Versuch der Bottom-Brüder das erste Musical der Welt zu schreiben – mit mitreißenden Liedern, spektakulären Tanznummern und … Omelett?! Nancy versteht bei der Frage nach Shakespeares größtem Theaterhit aufgrund atmosphärischer Störungen „Omelett“ statt „Hamlet“ und die Dinge nehmen ihren Lauf. Was in der Folge auf der Bühne passiert, ist eine Explosion an Liebe zum Theater und absurdem Humor, mit Anspielungen auf praktisch jedes berühmte Musical der letzten 70 Jahre, meta-theatralen Gags und so vielen Doppeldeutigkeiten und Missverständnissen, dass das Zwerchfell dauergestreckt wird, auch weil Shakespeare mit allen Mitteln versucht, sich die Konkurrenz vom Hals zu schaffen.

Das Stück des mit dem Grammy ausgezeichneten Songwriters Wayne Kirkpatrick wurde von Publikum und Kritikern gleichermaßen gefeiert und vom New Yorker Magazin „Time Out“ als „das witzigste Musical seit mindestens 400 Jahren“ gepriesen. Für die zukünftige Programmgestaltung des Genres Musical bei den Bad Hersfelder Festspielen weist Something Rotten! den Weg in die Zukunft. Es ist eine musikalische Komödie auf höchstem Niveau, bietet große Gesangs- und Tanznummern und eine pittoreske Reihe ziemlich verrückter Charaktere.

Bad Hersfelder Festspiele / M.Kittner    © Fotos: M.Kittner

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Nordhessen-Rundschau

Perfekt getimte Unterhaltung

Die Übersetzung von Roman Hinze und Niklas Wagner überträgt Insidergags in deutsche Erfahrungen, etwa wenn Zitate aus „Elisabeth“ oder „Rebecca“ eingewoben werden. Wortwitz und Gags durch die Zeitebenen zünden in Perfektion. Die Stärke das Stückes ist, dass jeder lacht, auch wenn nicht alle Details bewusst sind. Matthias Davids nutzt bei der deutschen Erstaufführung die Erfahrung seiner Linzer Produktion im vorletzten Winter. Er setzt auf perfektes Komödientiming und ein klug zusammengestelltes Ensemble, das immer in Bewegung ist. Kim Duddy kennt Ruine und Stück. Ihre Choreografie bringt jede Szene, jeden raschen Übergang in kreative Bewegung. Vergnüglich gelingen ihr Stück-im-Stück-Choreografien, die Musicalzitate bieten – bis hin zu „Lord of the Dance“.

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Something Rotten! – Perfekt getimte Unterhaltung

„Something Rotten!“ ist eine urkomische Liebeserklärung an das Genre Musical

Wir schreiben das Jahr 1595. Nick und Nigel brauchen einen Theatererfolg, um gegen den Superstar William Shakespeare zu bestehen. Eine Wahrsagerin erkennt zwei Trends: die Gattung Musical und den Megaerfolg „Hamlet“ – nur, dass sie den Titel als „Omelette“ sieht. Und so soll „Omelette – Das Musical“ in der Renaissance-Gegenwart den Durchbruch bringen … Die Ausgangslage von „Something Rotten!“ bietet vielfältige Möglichkeiten für pfiffige Anspielungen zur Gattung Musical und den Stücken Shakespeares.

Foto: BHF/Johannes Schembs

Die Übersetzung von Roman Hinze und Niklas Wagner überträgt Insidergags in deutsche Erfahrungen, etwa wenn Zitate aus „Elisabeth“ oder „Rebecca“ eingewoben werden. Wortwitz und Gags durch die Zeitebenen zünden in Perfektion. Die Stärke das Stückes ist, dass jeder lacht, auch wenn nicht alle Details wie die Rolle jüdischer Investoren am Broadway und damit der Rolle Shylock bewusst sind.

Matthias Davids nutzt bei der deutschen Erstaufführung die Erfahrung seiner Linzer Produktion im vorletzten Winter. Er setzt auf perfektes Komödientiming und ein klug zusammengestelltes Ensemble, das immer in Bewegung ist. Riccardo Greco ist ein großartiger „Superstar-Shakespeare“, Blicke und Gesten sitzen. Christopher Bolam und Benjamin Sommerfeld spielen das Brüderpaar Nick und Nigel hinreißend. Ihre Suche nach Erfolg in Literatur, Theater und bei Frauen wird urkomisch und anrührend zugleich dargestellt. Entertainerin Gayle Tufts bietet als Nancy Nostradamus treffsichere Pointen und nutzt in Dialogen ihre kabarettistische Erfahrung. Herrlich, wenn sie in der Zukunftsschau Musicaltrends findet, die für die Renaissance verstörend klingen – etwas ein „Musical nur mit Katzen“. Die beiden Frauenhauptrollen sind perfekt besetzt: Als Bea kann Johanna Zett ihre Schauspielkunst voll ausleben. Valerie Luksch nutzt als Portia die Chance, energiegeladen und ulkig, romantisch und crazy zugleich zu sein. Auch die restliche Cast muss nicht nur in verschiedenen Rollen tanzen und singen, sie muss vor allen Dingen komisch sein. Das gelingt Nicolas Tenerani (Bruder Jeremiah) und Ulrich Talle (Lord Clapham) ebenso wie Klaus Brantzen (Shylock).

Qualitätsgarant Christoph Wohlleben kann auf die große Orchestrierung mit Streichern statt Keyboards zurückgreifen, was besonders die musikalischen Zitate wunderbar erleben lässt. Unterstützt wird der detailreiche Orchesterklang durch das gute Sounddesign, das nur bei den extrem schnellen Chorstücken an seine Grenzen kommt. Problematisch ist es, wieder auf Pausen zu verzichten und deshalb Partituren zu kürzen. Dauerte die Show in Linz mit Pause noch 2 Stunden 55 Minuten, ist in Hersfeld nach etwas über zwei pausenlosen Stunden Finale. Wer das Original nicht kennt, dem fehlt vielleicht nichts. Aber in Zukunft würde dieses zeitliche Korsett womöglich einige Stücke gänzlich ausschließen.

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Musical Today

Shakespeare has never been this fabulous

Director Matthias Davids once again demonstrates his exceptional instinct for pace and comedic timing. While his production already proved remarkably successful in Linz, it feels even sharper in Bad Hersfeld. Punchlines land with greater precision, recurring jokes become even more effective, and throughout the evening the cast appears to have been given ample freedom to enrich their characters with individual theatrical touches.

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Shakespeare has never been this fabulous, this ridiculous—or this entertaining

Just egg-celent! Between Broadway, the Renaissance and Open-Air Magic – Something Rotten! Triumphs at the Bad Hersfeld Festival.

The Landestheater Linz had already delighted audiences with the German-language premiere of the Broadway hit Something Rotten!, once again reaffirming its exceptional standing within the German-speaking musical theatre landscape. Now, the acclaimed production by the very same creative team has found its way to one of Germany‘s most spectacular open-air venues: the monumental ruins of the former monastery at the Bad Hersfeld Festival. The unique setting lends this riotous musical comedy an entirely new dimension and proves that the Linz production loses none of its charm beneath the open sky.

Two struggling playwright brothers attempt to outshine William Shakespeare by staging the world’s very first musical, inspired by a series of utterly absurd visions of the future. Before long, Hamlet has become Omelett, while an eccentric troupe of actors eventually finds itself sailing to America, where musical theatre is supposedly born. The result is a story bursting with affectionate parodies of countless Broadway shows, outrageous situational comedy, delightfully dirty innuendo and an endless stream of lovingly exaggerated theatrical clichés.

Most recently seen in its original English version at Frankfurt’s English Theatre, Wayne and Karey Kirkpatrick and John O’Farrell’s musical now returns in Roman Hinze and Niklas Wagner’s outstanding German adaptation, a translation that captures the spirit of the original British humour with remarkable confidence. Wordplay, intertextual references, risqué double entendres and perfectly judged puns have all been transferred into German with extraordinary skill. At the same time, more obscure references have been replaced by nods to beloved German-language musical classics such as Elisabeth and Tanz der Vampire, turning the second act in particular into a glorious firework display of insider jokes for devoted musical theatre fans.

Director Matthias Davids once again demonstrates his exceptional instinct for pace and comedic timing. While his production already proved remarkably successful in Linz, it feels even sharper in Bad Hersfeld. Punchlines land with greater precision, recurring jokes become even more effective, and throughout the evening the cast appears to have been given ample freedom to enrich their characters with individual theatrical touches. As a result, the performances never feel mechanically reproduced but remain vibrant, spontaneous and full of life. Hardly a scene passes without some delightful visual gag, absurd reaction or clever background joke unfolding somewhere on stage. In keeping with the Bad Hersfeld Festival’s requirement that the performance be presented without an interval, the show has been carefully condensed to a running time of two hours and ten minutes. Davids‘ edits feel entirely organic; even seasoned Something Rotten! enthusiasts are unlikely to miss anything of importance. On the contrary, the production gains considerable momentum, developing an infectious energy from which there is simply no escape.

Review: SOMETHING ROTTEN! at Bad Hersfeld Festival Image

Andrew D. Edwards naturally had to rethink his set design for the monumental dimensions of the Stiftsruine. Whereas the Linz production relied heavily on movable half-timbered façades, the scenery initially appears more static here. That impression, however, quickly disappears. Hinged set pieces, rolling platforms, benches, banners, painted backdrops and a wealth of lovingly crafted props effortlessly create an ever-changing succession of locations, from London’s streets and back alleys to The Globe Theatre and interiors such as the delightfully named „Shakes-Beer“ tavern. Even the wonderfully absurd cow, whose milk can only be obtained by vigorously pumping its tail, once again proves a reliable source of laughter. By concentrating on a comparatively small number of versatile scenic elements, Edwards makes excellent use of the immense width of the historic venue while avoiding any sense of visual overcrowding.

Yet the set truly comes into its own only after nightfall. Michael Grundner’s lighting design makes magnificent use of the extraordinary architecture of the Stiftsruine, repeatedly incorporating the vast depth of the open nave into the staging. Carefully composed colours, dramatic shafts of light and striking backlighting visually expand the playing space far beyond the stage itself, lending many scenes a remarkable sense of scale. Particularly during the second act, the audience is treated to images that would scarcely be possible inside a conventional theatre, giving the production an unmistakable open-air identity. Christoph Wohlleben conducts the orchestra with infectious momentum, bringing the Broadway-inspired score vividly to life, while Jörg Grünsfelder’s sound design provides several unexpected touches along the way.

Adam Nees‘ costumes, too, have lost none of their appeal. With meticulous attention to detail, they lovingly caricature the Elizabethan era without abandoning its recognisable historical silhouettes. Exaggerated shapes, grotesquely widened hips, oversized codpieces, tightly fitted hose, extravagant hats and an exuberant colour palette combine to create a Renaissance world that is both lavish and knowingly tongue-in-cheek. Every character enjoys a distinctive visual identity, while even the smallest supporting roles are defined through carefully chosen accessories. The costumes never function as mere decoration but are repeatedly woven into the production’s humour, becoming an integral part of countless visual gags throughout the evening.

Once again, Kim Duddy’s choreography ranks among the production’s greatest strengths. Compared to the Linz staging, her dance sequences feel even more exuberant and playful. Constantly shifting formations dissolve and reform within seconds; tap routines recall the great Broadway revues of the 1940s and ’50s, while impeccably synchronised production numbers are repeatedly interrupted by deliberately exaggerated movements and inspired comic ideas. No two musical numbers resemble one another. At one moment the ensemble assembles into wildly animated Renaissance paintings; the next, apparently chaotic movement resolves into perfectly balanced stage pictures. The spectacular showstopper „Ein Musical“ once again explodes into a choreographic tour de force, overflowing with hilarious references to musical theatre history, dazzling tap sequences and visual jokes almost too numerous to absorb in a single viewing, only to be surpassed moments later by the deliriously absurd „Mach ein Omelett“, in which the increasingly deranged play-within-a-play reaches its comedic climax.

These choreographic set pieces are brought vividly to life thanks to an exceptionally committed company. The infectious energy of every performer radiates effortlessly into the audience, and what proves particularly striking is just how many ensemble members possess genuine soloist qualities. Even the smallest supporting characters emerge with clearly defined personalities and remain memorable long after they have left the stage. Whether portraying shady Londoners, exuberant actors, a delightfully flamboyant Queen Elizabeth or the absurdly dancing eggs and frying pans of the musical vision, almost every performer enjoys a moment in the spotlight, embracing it with obvious delight. Consequently, even the largest ensemble numbers never feel anonymous but remain packed with lovingly crafted details from front to back.

A considerable share of the evening’s success thus belongs to the superb supporting cast. Surrounding Shakespeare and the Bottom brothers, Luuk Hartog, Nicolò Soller, Jelle Wijgergangs, Sjoerd Knol and Fabian Grimmeisen form a wonderfully versatile troupe of players. Whether appearing as Bard Boys, servants or spies, and frequently peppering their performances with affectionate nods to Shakespeare’s own works, they inject even the briefest moments with wit and theatrical flair. Matthew Levick, Calum Melville and Davide Venier complement this spirited male ensemble with the same infectious enthusiasm for constant role changes. The women prove no less versatile: Hanna Kastner, Natascha C. Hill, Janina Steinbach and Veronika Hörmann effortlessly alternate between fortune tellers, personified plague viruses, Bea’s drinking companions, hysterical Shakespeare fangirls and the delightfully dramatic egg-shaped „Dreamgirl“, ensuring there is always another visual gag or charming detail waiting to be discovered somewhere on stage.

As a vocal ensemble, the company shines in the production numbers „Die Pest“, „Wir in der Renaissance“ and „Omelett“, demonstrating impressive musical cohesion and tremendous vocal power. The evening’s only slight disappointment lies in the sound balance, which occasionally buries portions of the ensemble lyrics beneath the orchestra, causing some of the show’s wonderfully witty writing to lose a little of its impact.

Klaus Brantzen gives the aspiring patron Shylock an irresistibly quirky charm. His entire demeanour and his constantly repeated catchphrase, „I love it, I love it!“, knowingly evoke the classic Broadway producers he ultimately becomes by the end of the story. Ulrich Talle draws plenty of laughs in his dual role as Lord Clapham and the Judge. Rather than relying on broad caricature, he builds his humour through delightfully eccentric mannerisms—most memorably the tiny hat hidden beneath his enormous feathered headpiece, which he dramatically tears from his head whenever indignation gets the better of him.

As Nancy Nostradamus—the wildly inaccurate soothsayer whose prophecy inadvertently sets the entire plot in motion—Gayle Tufts once again proves that her decades of experience as a comedian translate effortlessly to the musical stage. Vocally and choreographically assured, she uses her unmistakable American accent as an additional comic device, delivering dry one-liners and perfectly timed wordplay with effortless confidence.

Review: SOMETHING ROTTEN! at Bad Hersfeld Festival Image

Johanna Zett impresses as Bea, excelling not only in her superb rendition of the solo „Dein Gefolgsmann“, but also in the wealth of comedic nuances she discovers throughout her performance. Her exaggerated interactions with the men—while disguised as one of them—are packed with delightful comic detail, yet she never neglects the emotional core of the character. Instead, she allows Bea to emerge as the musical’s moral compass, embodying its plea for female self-determination within a patriarchal society.

Valerie Luksch once again delights as Portia and appears even more completely at home with the role’s comic possibilities than she did in Linz. Her ecstatic delight while passionately reciting Shakespeare’s sonnets and her gloriously drunken escapades inside Shakespeare’s tavern produce some of the evening’s funniest moments of physical comedy. At the same time, she imbues Portia with an irresistibly youthful sweetness, particularly during „Ich lieb die Worte“ and „Wir seh’n das Licht“, where her chemistry with Nigel proves utterly charming.

Benjamin Sommerfeld and Christopher Bolan form a wonderfully convincing pair of Bottom brothers. Sommerfeld portrays the sensitive, dreamy Nigel with warmth, quiet insecurity and an ever-growing passion for his own artistic voice, while Bolan endows Nick with a sense of self-importance, exasperation and frustration. Yet beneath Nick’s swagger, Bolan subtly reveals the insecure young man who knows, deep down, that not only his rival, the Bard himself, but even his own younger brother possess the greater talent. His barely contained contempt during „Gott, ich hass Shakespeare“ becomes the evening’s comic highlight, while Sommerfeld provides the perfect counterweight through Nigel’s poetic idealism and understated humour. Their fraternal relationship feels completely authentic throughout, generating an abundance of wonderfully effective comic situations. Sommerfeld also shares delightful chemistry with Valerie Luksch, while Bolan and Johanna Zett create an equally believable stage partnership.

Among the production’s undisputed highlights is Nicolas Tenerani as Brother Jeremiah. With astonishing comic precision, he somehow manages to turn virtually every line into a punchline. His interpretation of the puritanical preacher as a thoroughly closeted queer queen is a stroke of genius. Caught somewhere between stern moral sermons, extravagantly sassy gestures and diva-like mannerisms that frequently make him resemble a drag queen in clerical robes, Tenerani creates a delicious contradiction between the character’s rigid public persona and the flamboyant behaviour of which he himself remains blissfully unaware. It is precisely this absurd contrast that generates an endless stream of laughter, firmly establishing him as the evening’s greatest scene stealer.

Riccardo Greco proves no less sensational as Shakespeare himself, delivering one of the production’s defining performances. Vocally outstanding and blessed with impeccable comic timing, he combines understated wit, expressive physical comedy, razor-sharp delivery, laid-back streetwise swagger and deliciously overblown poetic proclamations to create an egotistical, obviously bisexual rock star who effortlessly commands every moment he appears on stage. Striking endless poses, tossing his hair à la Cher, revelling in the adoration of his fans, occasionally breaking into a twerk and luxuriating in every ounce of his own celebrity, Greco extracts every last drop of humour from Shakespeare’s magnificent narcissism. His crowning achievement comes as Toby, Shakespeare’s undercover alter ego, used to spy on the Bottom brothers and steal their ideas. Armed with an outrageously croaky falsetto somewhere between Stitch, Gollum and Kermit the Frog, Greco transforms every appearance in this role-within-a-role into an explosion of laughter, ultimately crowning himself the production’s comic MVP.

With this transfer of the original Linz production, the Bad Hersfeld Festival demonstrates just how magnificently Something Rotten! adapts to the monumental setting of the Stiftsruine. The spectacular open-air venue lends the already exuberant musical an additional sense of scale without sacrificing any of its razor-sharp comedy. Matthias Davids, Kim Duddy and their entire creative team have succeeded not merely in preserving the wit, choreographic precision and extraordinary attention to detail of the original production, but in several respects elevating it even further beneath the open sky. The result is an irresistibly clever, gloriously ridiculous love letter to theatre itself—overflowing with Shakespeare references, Broadway in-jokes and affectionate musical theatre parody. The standing ovations that greeted the company at curtain call confirmed what had become increasingly apparent throughout the evening: beneath the open skies of Bad Hersfeld, Something Rotten! has lost none of its infectious wit or theatrical brilliance.

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Broadway World Germany (André Böke)

Termine

27. Juni 2026, 21:00 Uhr
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01. Juli 2026, 20:30 Uhr
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04. Juli 2026, 21:00 Uhr
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05. Juli 2026, 16:00 Uhr
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07. Juli 2026, 20:30 Uhr
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10. Juli 2026, 21:00 Uhr
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14. Juli 2026, 20:30 Uhr
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15. Juli 2026, 20:30 Uhr
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16. Juli 2026, 20:30 Uhr
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17. Juli 2026, 21:00 Uhr
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18. Juli 2026, 16:00 Uhr
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21. Juli 2026, 20:30 Uhr
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22. Juli 2026, 00:00 Uhr
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24. Juli 2026, 21:00 Uhr
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28. Juli 2026, 20:30 Uhr
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01. August 2026, 21:00 Uhr
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02. August 2026, 21:00 Uhr
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05. August 2026, 20:30 Uhr
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06. August 2026, 20:30 Uhr
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08. August 2026, 21:00 Uhr
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11. August 2026, 20:00 Uhr
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14. August 2026, 21:00 Uhr
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15. August 2026, 16:00 Uhr
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